Kalenderblatt

Ein Tier an den Tasten

Eugen d’Albert war Pianist und zu seiner Zeit weltberühmt. Aber heute kennt ihn fast niemand mehr. Schade eigentlich, denn er hatte ein bemerkenswertes Leben.
Klavier
Eugen d'Albert war der Löwe mit den Samtpfoten. Sein Revier waren die Tasten.

Wir können d'Albert noch heute spielen hören

Wir schreiben das Jahr 1905. Der Pianist Eugen d’Albert spielt eine Polonaise von Chopin. Er sitzt an einem Klavier der Firma Welte-Mignon. Dieses stanzt sein Spiel in eine Papierrolle. Später kann ein Reproduktionsklavier dieses Spiel originalgetreu wiedergeben, sogar noch nach über hundert Jahren. Zu ihrer Zeit engagierte die Firma Welte-Mignon nur die besten Pianisten. Und nach Christiane Matthé, Leiterin der Villa Teresa in Coswig war Eugen d’Albert einer der besten Pianisten und weltberühmt. Sie leitet dort eine der wenigen Ausstellungen über Eugen d’Albert. Dabei muss es sehr beeindruckend gewesen sein, wenn er ein Konzert gab.

“Eugen d’Albert ist nur ein Meter 68 groß gewesen, war Vegetarier und von eigentlich gedrungener Gestalt, aber auf der Bühne hat er ein großes Szenario entwickelt. Er hat sich in die Musik gelebt, was einerseits ein unheimlicher Hörschmaus gewesen sein muss, andererseits auch eine absolute Augenweide”, sagt Chrisitna Matthé

d'Alberts Geburtstag mehrt sich zum 150. Mal

Man nannte ihn den ‘Löwe mit den Samtpfoten’. Bereits seine Familie war musikalisch. Unter seinen Vorfahren befinden sich einige Komponisten. Geboren wurde Eugen d’Albert in Glasgow, am 10. April 1864. Der Vater Charles d’Albert war Balletkomponist. Von ihm erhielt er Musikunterricht. Später kam er an die New Music School in London. Dort lernte er die Pianistin Teresa Carreno kennen. Die beiden heirateten und gingen nach Deutschland, genauer: nach Coswig, in der Nähe von Dresden. Dresden galt als kulturelles Zentrum von Deutschland. An der dortige Hofoper wollte Eugen d’Albert spielen.

 

Ein Kalenderblatt von mephisto 97.6-Redakteurin Felicitas Förster
Eugen dAlbert
 

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Felicitas Förster
10.04.2014 - 17:18
  Kultur

Hier kann man d'Albert noch spielen hören.