Konzertbericht

Ein Sturm der guten Laune

Die Sportfreunde Stiller brachten die Parkbühne zum Beben. Eins haben die Jungs in 20 Jahren gelernt: Wie man einem Publikum ordentlich einheizt.
Die Sportfreunde Stiller begeisterten Leipzig

Erwartungen

Vor acht Jahren habe ich die Sportfreunde Stiller bereits einmal live erleben dürfen. Und zwar als Vorband von den Ärzten. Und was ist der Job einer Vorband? Natürlich die Menschen schon mal in eine gute Stimmung zubringen. Das war ihnen definitiv gelungen. Die drei Jungs aus Oberbayern haben mich damals schon mit ihrer scheinbar unendlichen Energie und ihrer humorvollen Art begeistert. Daher versprach das Open Air Konzert in Leipzig ein geiler Abend zu werden.

Erster Eindruck

Eins ist mir gleich zu Anfang aufgefallen: die große Alterspanne im Publikum. Von 5 bis 50 plus war alles vertreten. Doch ob Jung oder Alt - die allgemeine Stimmung war prächtig. Direkt beim ersten Lied ging die Masse ordentlich mit. Die Band präsentierte ihren brandneuen Song "Raus in den Rausch".  Das Lied geht sofort ins Ohr und der Backup-Refrain: "Hey, Hey Yeah!" lädt zum Mitsingen ein. Das Publikum fing sogleich an mitzuklaschen und mitzuspringen. Auch ich ließ mich mitreißen.

Show

Nach dem ersten Song begrüßte Sänger Peter Brugger das Publikum mit den Worten: "Hallo Leute! Warum ist Leipzig eigentlich immer so geil?!". Die Menge jubelte ihm euphorisch zu. Dann fuhr er fort: "Was ihr gerade gehört habt, ist unser neue Single vom Album Sturm und Stille. Das kommt im Oktober raus. Wir spielen noch ein paar neue Lieder und auch ganz viel alten Scheiß". Und ob nun bei neuen Tracks wie "Viel zu schön" oder bei auch bei Klassikern wie "New York Rio Rosenheim" - die gute Stimmung im Publikum blieb ungebrochen. Hits wie "Wunderbaren Jahren" und "Ein Kompliment" brachten das Publikum zum Toben und die Meute sang aus voller Kehle mit. Aber neben dem Musiksturm gab es auch verhältnismäßig stillere Momente. Zu Lidern wie "Applaus, Applaus" und "Zwischen den Welten" wiegte das Publikum sanft die Arme im Takt hin und her.
"Zwischen den Welten" ist ein noch unveröffentlichter Song. "Es geht darum, dass man manchmal glücklich und gleichzeitig traurig sein kann", erklärt Peter Brugger. Ein schon philosophisches Thema, das aber dennoch nicht schwerfällig wirkt. Im Gegenteil: Das Lied hat die gleiche lebensbejahende Leichtigkeit, die Sportfreunde Stiller Songs im Allgemeinen charakterisiert. Allzu ruhig wollte es das Leipziger Publikum wohl aber doch nicht haben. Denn auch wenn es sämtliche Mitsingaktionen bereitwillig mitmachte, ließ es eine Aufforderung der Band verwehrt: Ein "Slowmotion Moshpit". Dafür war das Publikum wohl doch zu sehr in Tanzlaune.
Zwischendurch gab es immer mal wieder lustige Durchsagen. So erzählte Bassist Rüdiger Linhof zum Beispiel wie er sich vormittags im Clara Zetkin Park verlaufen hatte. Sänger Peter Brugger ließ den Auftritt darin gipfeln, dass er sich in die aufgeheizte Menge warf und sich von dem Menschenmeer tragen ließ. Nach zwei Zugaben hörte man die Menschen noch eine Weile euphorisch jubeln.

 

Fazit

Bei dem Konzert ist einfach alles zusammengekommen, was ein gutes Open Air ausmacht: Geiles Wetter, super Stimmung, ein Publikum, das ordentlich mitgeht und eine Band, die einfach Spaß hat an dem, was sie macht. Liebe Sportfreunde, auf die nächsten 20 Jahre!

 

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Setlist

1. Raus in den Rausch

2. Let´s did it

3. New York, Rio, Rosenheim

4. Hymne auf dich

5. Viel zu schön

6. 7 Tage, 7 Nächte

7. Siehst du das genauso?

8. Ein Kompliment

9. Wunderbaren Jahren

10. Erste Wahl

11. Zwischen den Welten

12.Applaus, Applaus

13. Wunder fragen nicht

 

1. Zugabe 

1. Festungen und Burgen

2. Ich Roque!

3. Es muss was Wunderbares sein

4. Wie lange sollen wir noch warten ?

 

2.Zugabe

1.Wellenreiten

2.Die gute Seite