Kirchenneubau

Ein neuer Turm in Leipzigs Skyline

Gerade einmal 32 Jahre ist es her, dass in Leipzig eine Propsteikirche geweiht wurde. Der feuchte Baugrund im Leipziger Rosental machte allerdings wieder einen Neubau notwendig. Heute wurde der Glockenturm der neuen Kirche von seinem Gerüst befreit.
Der Turm der neuen Propsteikirche ohne Gerüst.

Ganze 140 Meter wurde für die neue Propsteikirche in die Tiefe gebohrt – dreimal so tief, wie die Kirche hoch ist. Das liegt an der Erdwärmeversorgung des neuen Bauwerks, welche unter anderem dazu beitragen soll, dass die Kirche zu einer der nachhaltigsten Kirchen Deutschlands wird. Hilfreich für die Umsetzung dieses Ziels wird dann auch die über 600 Quadratmeter große Solaranlage am Glockenturm und auf dem Dach sowie die Nutzung des Regenwassers sein. Der Glockenturm soll neben den Glocken nämlich außerdem eine 30.000 Liter fassende Zisterne beinhalten. Diese nachhaltigen Elemente tragen allerdings auch dazu bei, dass der Bau die katholische Kirche etwa 15 Millionen Euro kosten wird.

Noch ist der Pfarrhof eine Baustelle.

Sächsisches Vulkangestein als Fassade

Laut Thomas Gohr vom zuständigen Architekturbüro schulz&schulz sei der Schwerpunkt der Nachhaltigkeit vom Bauherrn, also der Katholischen Kirche, schon in der Ausschreibung festgelegt worden. Das Leipziger Architekturbüro konnte sich vor knapp fünf Jahren in einem Architekturwettbewerb durchsetzen und setzt nun seinen Entwurf um. Dieser ist charakterisiert durch den Baustoff Porphyr, ein rotes Vulkangestein, welches im sächsischen Rochlitz abgebaut wird und schon an vielen Leipziger Bauwerken eingesetzt wurde.

Mit dem Bau der Kirche entsteht auch die Nonnenmühlgasse wieder.

Offenheit als Konzept

Durch den Neubau der Kirche am Martin-Luther-Ring entsteht auch die Nonnenmühlgasse wieder, welche nach der Zerstörung der Bebauung im Zweiten Weltkrieg nicht mehr genutzt wurde. Spätestens am 09. Mai 2015 soll sie wieder begehbar sein, denn dann soll die Propsteikirche auch geweiht werden. Thomas Gohr betont, dass die Leipziger sich dann ebenfalls von der Offenheit des Gebäudes überzeugen könnten. Zwar dominiere derzeit noch der Bauzaun um das Grundstück, aber wenn der offene Pfarrhof zwischen Glockenturm und Kirchenraum fertig ist, sei das Grundstück auch zu jeder Tages- und Nachtzeit begehbar. 

Moderatorin Isabelle Klein spricht mit Redakteur Andreas Funke über die Propsteikirche
 
 

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Andreas Funke
08.08.2014 - 19:19

Meilensteine der neuen Propsteikirche:

Herbst 2007
Entscheidung für den Kirchenneubau

Dezember 2011
Erteilung der Baugenehmigung

August 2012
Beginn des Tiefbaus

April 2013
Grundsteinlegung

März 2014
Richtfest

August 2014
Entfernen des Gerüstes

voraussichtlich Mai 2015
Kirchweihe