Leipzig liest

Ein illustratives Speeddating

Im Rahmen der "Leipzig liest"-Veranstaltungen fanden jede Menge Lesungen statt. Diese war jedoch etwas anders als die Anderen: An sechs Tischen gab es sechs verschiedene Bücher und sechs Illustratoren.
An sechs Tischen saßen die Gäste mit den Mitarbeitern der Büchergilde und den jungen Illustratoren zusammen.
Das illustrative Speeddating im Schauspielhaus Leipzig

Lesungen aus interessanten Büchern zuhören und sich dabei malen lassen - das war die Idee, die hinter dem illustrativen Speeddating stand. Mit einem Sekt wurden die Gäste begrüßt und bekamen ihre Tischnummern per Zufall zugewiesen. Mit zehn fremden Leuten saß man dann gemeinsam an einem Tisch und lauschte den Mitarbeitern der Büchergilde beim Vorlesen aus ihren Lieblingsbüchern. Es saß jeweils eine junge Illustratorin mit dabei und porträtierte die Gäste.

Der Nächste, Bitte

Statt einer Klingel oder einem lauten "Dong", wie man es beim Speeddating erwartet, gab es nach einer halben Stunde ein Einspiel des Pianisten Claudius Bruns, mit dem der Wechsel zum nächsten Tisch eingeleitet wurde. Die Auswahl der Bücher war bunt gemischt. Drei Beispiele: der melancholische Roman "Ein ganzes Leben" von Robert Seethaler, das Buch "Die geheimen Leben der Frauen des Baba Segi" von der nigerianischen Schriftstellerin Lola Shoneyin, sowie Gedichtbände von Helmut Richter und Erich Knauf. 

Mal etwas Anderes

Das beschreibt den Abend wohl ganz gut. Die Idee einer interaktiven Lesung war wirklich etwas Besonderes. An der Umsetzung könnte allerdings noch ein wenig gefeilt werden. Da knapp 60 Leute im Raum waren und die Mitarbeiter der Büchergilde sich nicht gegenseitig übertönen wollten, war es manchmal schwierig alles von der Lesung am eigenen Tisch zu verstehen. Vor allem da einige der Gäste bereits im höheren Alter waren. Also schweiften die Blicke ab und zu auf die talentierten Illustratorinnen, die sich jede Menge Mühe damit gaben, so viele Porträts wie möglich in der kurzen Zeit zu malen. Da in der halben Stunde, die jeder Gast an einem Tisch verbrachte, nur etwa zwei bis drei Bilder möglich waren, gingen an dem Abend leider auch ein paar Gäste leer aus. Ein illustratives Speeddating bei "Leipzig liest" im nächsten Jahr also gerne wieder - hoffentlich mit kleinen Nachbesserungen.
 

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