CD der Woche

Feathered Arms - Ein Hammerdebüt

253 Facebook-Likes – reicht das schon zu einer CD der Woche? Wenn man ein Debüt abliefert, wie die Feathered Arms, dann auf jeden Fall! Die gleichnamige LP lässt zwar bis zum 28.2. auf sich warten. mephisto 97.6 hat aber schon mal vorab reingehört...
Die Feathered Arms in ihrem Heimathafen

Die Feathered Arms sind, genau wie die leere Seite, die ich gerade vor mir habe, noch ein unbeschriebenes Blatt. Kaum jemand hat bisher von der Band aus Malmö Notiz genommen. Na gut, sie haben auch erst zwei Singles herausgebracht. Die Erste („Lies! Lies! Lies!“) bereits im September, die Zweite namens „Reload Recharge“ ist jüngst in die Läden gekommen (VÖ 31.1.). Die beiden Nummern vermitteln aber bereits einen sehr guten Eindruck, in welche Richtung es auf dem Album gehen wird – Nineties-inspirierter, punkiger (nicht Punk-) Rock, das schmettern die Feathered Arms da mit ihrem Erstwerk aufs Parkett.

Diese Note rührt dabei hauptsächlich von Sängerin Katja Nielsen her. Bassist Tobias Aström verriet uns im Interview, dass sie den entscheidenden Impuls zu einem punkigeren Sound gab, als sie zur Band stieß.

'Punkig' muss man sagen, weil bei den Feathered Arms kein musikalisch reduzierter Sound entsteht, wie bei großen Referenzen der Neunziger – Bad Religion oder Green Day beispielsweise. So verstehen es die Schweden, versiert zu arrangieren und gleichzeitig unglaublich leichtfüßig in der Ausführung zu wirken. Selbst die eigentlich schweren lyrischen Themen, die Nielsen in ihren Texten verarbeitet, muten in ihren Gesang verpackt viel bekömmlicher an.

Wenn sie von Elektroschocktherapien oder der politischen Situation in Schweden singt, wippt man erst noch unachtsam mit dem Fuß, oder schüttelt die Mähne bzw. tanzt den Pogo. Erst bei genauerem Hinhören spürt man die Tiefe der Texte. Genau in diesen Momenten zeigt die Band eine ihrer größten Stärken: Ihre Mehrdimensionalität ist das, was FA wohl am meisten auszeichnet. Die textlichen und musikalischen Ebenen gehen miteinander einher, funktionieren aber auch separat voneinander. Die Soundseite rundgemacht hat übrigens Matthias Oldén, der bereits die Hives produziert hat.

„Feathered Arms“ ist auf jeden Fall ein sehr gelungenes Debüt – vom ersten bis zum letzten Song konsequent, ohne dabei auch nur ein einziges Mal langweilig zu werden.

 

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André Beyer
13.02.2014 - 22:07
  Kultur

Feathered Arms: Feathered Arms

Tracklist:

Lies! Lies! Lies! *
Vagabond Hills *
Background Noise
It’s Not Me, It’s You!
Predator-Prey Equation
Reload/Recharge *
Contagious Feelings
Anhedonia *
Sold Out! *

* Anspieltipps

Erscheinungsdatum: 28.02.2014
stargazer records