GameCheck: Outcast - Second Contact

Ein durchwachsenes Remake

Einer der größten Spieletrends der vergangenen Jahre ist das Wiederauflegen alter Klassiker. Das funktioniert mal mehr, mal weniger gut. Mit "Outcast - Second Contact" gibt es nun auch ein Remake eines der prägendsten Spiele seiner Zeit.
Der Weltraumheld
Cutter Slade ist zurück

Was bisher geschah...

Im Jahr 1999 begeisterte der Spieleentwickler Appeal mit "Outcast" Action-Adventure-Fans auf der ganzen Welt. Selten zuvor hatte sich eine Spielewelt so echt und immersiv angefühlt. Als obercooler Ex-Marinesoldat mit dem klangvollen Namen Cutter Slade konnte der Spieler die Parallelwelt Adelpha erkunden und deren Bevölkerung von einem Tyrannen befreien. Bezeichnend für das Spiel waren die glaubhaften Figuren und der - trotz aller Andersartigkeit - realistische Gesellschaftsaufbau. Nun wurde der Titel unter dem Namen "Outcast - Second Contact" neu aufgelegt. Das Ergebnis: ganz okay.

Story

Ich bin Major Vernon, Sir. Wir haben eine Situation höchster Dringlichkeit in einem unserer Vorposten, und ich werde Sie dort hinbringen. - Darf ich noch austrinken? Wohl nicht.

Mayor Vernon & Cutter Slade

Was tut man, wenn man eine geheime Regierungsorganisation ist, die bei der Untersuchung eines Wurmloches in eine andere Dimension aus Versehen die Zerstörung des ganzen Planeten einleitet? Richtig. Man schnappt sich den nächstbesten knallharten Ex-Soldaten und lässt ihn ein Team von Wissenschaftlern in jene andere Dimension eskortieren. Doch bei der Reise durch das Wurmloch wird Cutter von seinen Schützlingen getrennt und muss sich im fremdartigen Adelpha zurecht- und sein Team wiederfinden.

Das muss jedoch zunächst warten, da die Bewohner von Adelpha - die Talaner - Cutter für ihren Propheten halten, der per Prophezeiung dazu bestimmt ist, sie von ihrem tyrannischen Herrscher Faé Rhân zu befreien. Es gibt also alle Hände voll zu tun.

Grafik & Sound

Die Zwischensequenzen erzählen die Geschichte in gezeichneten, leicht animierten Bildern und sorgen so für ein nostalgisches Flair, das besonders den Fans älterer Spiele gefallen wird. Neulinge werden sich besonders über die äußerst hübsch gelungene Optik mit leuchtenden Farben freuen. Die Lichtstimmungen und eigentümlich designten Landschaften geben jedem Teil der Welt eine eigene Atmosphäre und auch die überholten Charaktermodelle sind sehr gelungen. Was hingegen eins zu eins übernommen wurde, ist die Original-Sprachausgabe. Das macht sich zwar in der Tonqualität bemerkbar, abgesehen davon ist die deutsche Fassung aber recht gut. Das liegt nicht zuletzt auch an Cutter Slade, dem im Deutschen niemand geringerer als Manfred Lehmann seine Stimme lieh, den die meisten wahrscheinlich als die Synchronstimme von z.B. Bruce Willis oder Brendan Fraser kennen.

Die Sonde, die Sie in die Twilight schossen, brannte durch und zog uns irgendwo rein?

Cutter Slade

Die Welt

Adelpha ist vor allem eine facettenreiche Welt. Die Landschaften reichen von orange leuchtenden Wüsten bis zur schneebedeckten Berglandschaft. Alles fühlt sich sehr natürlich an. Die Felder, an denen man vorbeikommt, werden von Bauern bestellt und in den Dörfern tummelt sich das Leben. Viele Talaner, denen man begegnet, haben eine eigene Geschichte zu erzählen und eine einzigartige Persönlichkeit. So begegnet man beispielsweise einem Händler für Reittiere, der sein Vieh aber nicht nur verkaufen will, sondern ernsthaft an ihrem Wohlergehen interessiert ist. Sogar die Sprache der Talaner ist eine ganz eigene. Praktischerweise gibt es genau deswegen ein Lexikon im Menü, in dem man alle neuen Begriffe nachschlagen kann. Im Remake werden Übersetzungen für Fremdwörter sogar direkt mit in den Untertiteln eingeblendet. Das hilft zwar beim Verständnis, nimmt aber auch ein wenig die Immersion.

Der Weg zum ersten Mon führt dich nach Shamazaar, in der Region hinter dem Daoka in unserem Lager. Dort angekommen solltest du Shamaz Keb aufsuchen. Du findest ihn wahrscheinlich westlich des Daokas, durch das du in diese Region eintrittst.

Zokrym, ein Talaner

Gameplay

Der Hauptaspekt des Spieles ist das Entdecken der Welt. Man redet mit anderen Figuren, erledigt kleine Nebenmissionen für sie und liefert sich Schießereien mit den Schergen Faé Rhâns. Selbst die Speicherfunktion ist in einem Gimmick verpackt. Gleich zu Beginn bekommt man ein mysteriöses Artefakt namens Gamsav überreicht. Damit speichert man.

Die Kämpfe laufen im Remake deutlich schneller, als im Original. Den Energiestrahlen der Feinde kann man aber mit etwas Geschick immer noch ausweichen. Allerdings ist die Kamera bei Kämpfen hinter dem Spieler fixiert, womit sich die Schießereien etwas hakelig anfühlen.

Weitere Neuerungen enthalten, dass die Einstellung einer Figur gegenüber Cutter jederzeit sichtbar ist. Das nimmt ein bisschen die Spannung aus der Sache, weil es die Entdeckung der fremdartigen Welt zu stark vereinfacht.

Fassen wir mal zusammen: Ich habe meine Crew verloren, kann die Sonde nicht finden, meine Ausrüstung wird von ein paar Eingeborenen wie ein Rosenkranz angebetet und ich habe meinen Rucksack mit einer HK-P12 und 30 Magazinen.

Cutter Slade

Fazit

Das Remake ist hauptsächlich etwas für Spieler, die vor älteren Titeln aufgrund von Grafik oder kompliziertem Gameplay zurückschrecken. All das wurde im Remake erfolgreich aufgehübscht und vereinfacht. Wer darauf steht, macht mit dem Kauf von „Outcast – Second Contact“ nichts falsch. Im Gegenteil. Die Neuauflage ist eine gute Gelegenheit, dieses Juwel der Spielgeschichte nachzuholen. Wer aber lieber ohne Stützräder die immersive Welt von Adelpha entdecken will, holt sich besser das Original. Das gibt es nämlich um einiges günstiger.

Weitere Informationen aus der Sendung finden Sie hier:

GameTech: Outcast- Second Contact - eine Review von Johannes Bundemann

Sprecher: Johannes Bundemann

Ausschnitte: Outcast- Second Contact

GameTech- Review: Outcast- Second Contact
 

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Das Spiel gibt es für PC, PS4 und XBOX ONE.