Soziale Unternehmensphilosophie

Ein Blick hinter die Fassade

Mit dem Slogan „Hier bin ich Mensch“ wirbt der dm-Gründer Götz Werner für eine soziale Unternehmensphilosophie. Auch in Leipzig hisst er die Moralfahne. Doch wie sozial ist das milliardenschwere Unternehmen wirklich?
Die dm-Filiale in der Leipziger Innenstadt

Mit 29 Jahren eröffnete Götz Werner die erste dm-Filiale in Karlsruhe. Mittlerweile ist er 70 Jahre alt und deutschlandweit gibt es knapp 1600 Filialen. Mit fast 50.000 Mitarbeitern ist dm der größte Drogeriekonzern Europas. Obwohl Götz Werner das Unternehmen nicht mehr leitet, setzt er sich noch immer für ein soziales Unternehmenskonzept ein. Doch hält der dm-Gründer, was das Saubermann-Image den Kunden verspricht?

Wertschätzung, Vertrauen, Sinnstiftung

Götz Werner fordert schon seit Jahren das bedingungslose Grundeinkommen. Es ist nicht verwunderlich, dass auch seine Unternehmensphilosophie von idealistischen Elementen durchzogen ist. Er spricht von "Wertschätzung, Vertrauen und Sinnstiftung". Moralische Werte, ohne die ein Unternehmen nicht erfolgreich sein kann. Bei diesem Unternehmenskonzept, so betont er, steht der Mensch im Mittelpunkt, nicht der Profit.

Ob das in der Realität auch immer der Fall ist, bleibt fraglich. So zum Beispiel weist die dm-Führung alle Schuld von sich, wenn es um die Herstellung von Kleidung für dm-Drogeriemärkte in Bangladesch geht. Widerspricht es nicht der Unternehmensphilosophie, wenn Mitarbeiter in Südasien unter unmenschlichen Bedingungen für einen angeblich sozial verantwortungsvollen Betrieb arbeiten? Der dm-Gründer ist sich durchaus bewusst, dass bei der Drogeriekette nicht immer alles rund läuft. Die Verantwortung dafür tragen, will er aber nicht.

Es läuft immer vieles falsch. Das verraten wir gar nicht alles.

Götz Werner

Auch wenn mehr Transparenz dem Unternehmen nicht schaden könnte, schneidet es im Vergleich mit anderen Konzernen in derselben Branche gut ab. Bei bundesweiten Rankings hat dm regelmäßig die Nase vorne und das nicht nur aufgrund der hohen Kundenzufriedenheit. 

mephisto 97.6- Redakteurin Stefanie Delfs spricht mit dem dm-Gründer Götz Werner.
 
 

Kommentare

"Götz Werner fordert schon seit Jahren das bedingungslose Grundeinkommen. Es ist nicht verwunderlich, dass auch seine Unternehmensphilosophie von idealistischen Elementen durchzogen ist." Ziemlich naiv! Dieser Kommentar wurde von der Redaktion geändert, da er nicht den Nutzungsbedingungen von mephisto97.6 entspricht.

Kommentieren