Albumrezension: Japanese Breakfast

Ein auf und ab der Gefühle

„Japanese Breakfast“ – Japanisches Frühstück. Michelle Zauner will mit Ihrem Künstlernamen eine Mischung der Exotik Asiens und der Kultur Amerikas darstellen. Dabei ist sie nicht Mal Japanerin.
Japanese Breakfast kommt garnicht aus Japan, sondern aus den USA.

Aus Trauer wird Musik

Michelle Zauner kommt aus einem koreanischen Elternhaus. Als sie ihre erste Gitarre bekam, wusste sie: Ich muss Musik machen. Zu Beginn war Michelle Zauner ein Teil der Band „Little Big League“, doch als ihre Mutter an Krebs erkrankte, verließ sie die Band. Während Michelle Zauner sich um sie kümmerte, schrieb sie Songs, um auf andere Gedanken zu kommen. Nach dem Tod ihrer Mutter veröffentlichte sie ihr Debütalbum „Psychopop“. Mit dem wollte sie sich auch von der Musik verabschieden. Doch durch den unerwarteten Durchbruch und die darauffolgenden Interviews und Termine hatte sie nur wenig Zeit die vergangenen Erlebnisse zu verarbeiten. Also fing sie wieder an Musik zu schreiben. Das neue Album „Soft Sounds from Another Planet“ erschien ein Jahr nach ihrem Debütalbum. 

Ein neuer Planet

„Japanese Breakfast“ agiert in ihrem gesamten Album als Maschinistin, wie im Video des gleichnamigen Songs „Machinist“. Sie erbaut sich ihren eigenen Planeten. „Soft Sounds from another Planet“ ist da genau der passende Albumtitel. Auf diesem Planeten lässt sie ihre Erinnerungen zurück. Ihre Gitarre kommt dabei nur im Song „This House“ zum Einsatz. In diesem Song geht es darum jemand wichtigen zu verlieren. „And where are you now?“ Die Frage hat sich doch schon jeder mal gestellt. Ob es dabei um eine Trennung geht oder einen Todesfall, ist ganz egal.

In den anderen Songs des Albums werden elektronische Sounds verwendet. In „Machinist“ arbeitet sie auch mit Science-Fiction-Sounds und Computerstimmen. Lange musikalische Bridges baut Michelle Zauner in jedes ihrer Lieder ein. Zwei Songs des Albums sind sogar reininstrumental gefasst.

Planetarisches Ambiente

Das Album ist eine Galaxie der Gefühle Verlusts und Trauer. In den Songs berichtet „Japanese Breakfast“ davon, wie man Erlebnisse verarbeitet und Neues erschafft. Dabei findet sie ein perfektes Gleichgewicht zwischen Melancholie und mitreißenden Rhythmen.

 

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Japanese Breakfast: Sounds From Another Planet

Tracklist:

1. Diving Woman
2. Road Head*
3. Machinist*
4. Planetary Ambience
5. Soft Sounds From Another Planet
6. Boyish*
7. 12 Steps
8. Jimmy Fallon Big
9. Body Is A Blade
10. Till Death
11. This House*
12. Here Come The Tubular Bells

 

*Anspieltipps

Erscheinungsdatum: 14.07.2017
Dead Oceans

„Japanese Breakfast“ ist im Oktober auch in Deutschland unterwegs.

Termine:

  • 23. 10. 2017 Köln – Blue Shell
  • 24. 10. 2017 Hamburg – HÄKKEN
  • 25. 10. 2017 Berlin – Badehaus Szimpla

 

Tickets gibt`s hier.