Weltflüchtlingstag

Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe

Dem UNHCR zufolge sind über 65 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Hunderttausende kamen 2015 nach Deutschland. Viele ehrenamtliche Unterstützer halfen ihnen letztes Jahr vor Ort beim Ankommen. Doch wie steht es mittlerweile um das Ehrenamt?
Ehrenamtliche engagieren sich, um Asylbewerbern Deutsch beizubringen

Es ist ein Thema, das die Bundesrepublik seit fast einem Jahr besonders bewegt. Im Fernsehen, in den Zeitungen und auf den Straßen dreht sich viel um Asyl und Flüchtlinge. Im Sommer 2015 kamen hunderttausende Geflüchtete nach Deutschland. Dabei ist Flucht eigentlich kein neues Phänomen. Denn am 20. Juni wird weltweit zum 15. Mal der Weltlflüchtlingstag begangen. Dieser wurde von den Vereinten Nationen ausgerufen.

Lars Hendrik Setz im Gespräch mit Herrn Naumann vom Sächsischen Flüchtlingsrat
Ehrenamt in der Flüchtlingsarbeit

Wir wollen diesen Anlass nutzen und auf die Menschen schauen, die sich für die Geflüchteten engagieren. Denn gerade im letzten Jahr waren freiwillige Helfer und Helferinnen eine der wichtigsten Stützen in der lokalen Flüchtlingsarbeit. Gesprochen haben wir dazu mit Andreas Naumann, Sprecher vom Sächsischen Flüchtlingsrat. 

mephisto 97.6: Die Hilfsbereitschaft letztes Jahr war enorm. Wie hat sich das mittlerweile entwickelt?

Naumann: Die Hilfsbereitschaft der Ehrenamtlichen ist immer noch enorm. Es hat sich natürlich ein bisschen der Anteil verändert. Wir haben beobachtet, dass die große Hilfsbereichtschaft eine Antwort auf die PEGIDA-Bewegung war. Die EhrenamtlerInnen haben als Gegenstück zu Pegida das Ehrenamt noch verstärkt. Mittlerweile hat sich ein fester Kern herausgebildet, der umso intensiver arbeitet, weil nun viel Erfahrung vorhanden ist. 

mephisto 97.6: Heute ist der Weltflüchtlingstag. Was wünschen Sie sich von Politik und Gesellschaft an Unterstützung?

Naumann: Die Rahmenbedingungen sollten sich so ändern, dass Flüchtlinge gleiche Möglichkeiten haben wie Deutsche auch. Das ist zuerst eine sehr starke Bürokratie, die überwunden werden muss. Es ist auch eine große Bereitschaft von den Bürgern da. Ich würde mir jedoch wünschen, dass weniger Vorurteile und mehr Neugierde von ihnen käme.

mephisto 97.6: Haben Sie eine Idee, wie Vorurteile abzubauen wären?

Naumann: Die Medien müssten positive Beispiele bringen. Denn Flüchtlinge sind Menschen wie wir auch. Die haben Vor- und Nachteile. Über 95 Prozent begehen keine Straftaten, die leben ganz normal. Das sind Menschen mit den gleichen Eigenschaften wie wir sie auch haben. Daraus resultiert, dass wir mehr mit ihnen umgehen könnten. Ich würde mir einfach weniger Skepsis wünschen.

 

 

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