Halbjahreszahlen der Energiebörse EEX

Ukraine-Konflikt treibt Gashandel an

Die Energiebörse EEX hat ihre Halbjahreszahlen veröffentlicht. Für das Ergebnis ist unter anderem der Konflikt in der Ukraine verantwortlich. Denn gerade in unsicheren Zeiten wollen sich die Händler bei der EEX gegen Preisschwankungen absichern.
Blick in die Marktsteuerungszentrale der EEX

Pressekonferenz im 23. Stock über dem Augustusplatz. Auf einem runden Tisch stehen Kaffee, Namensschilder und kleine Saftflaschen. Jemand rollt einen Wagen mit Wurstbrötchen herein, während der Vorstand die Zahlen für das erste Halbjahr vorstellt. Die seien nicht nur gut, sondern hervorragend, weil in den bestehenden Märkten das Angebot gewachsen sei und gleichzeitig weiter ausgeweitet werde. Einerseits geografisch, zum Beispiel durch den Markteintritt in Italien, aber auch durch neue Geschäftsfelder, zum Beispiel den Ölmarkt und den Handel mit Agrarprodukten. Die Strategie, sich neben dem Strommarkt weitere Standbeine aufzubauen, sei richtig. Denn genau wie die Händler ihrer Börse, will sich auch die EXX gegen Risiken absichern, erklärt Finanzleiterin Iris Weidinger.

"Es geht darum, das Risiko der ausschließlichen Abhängigkeit von einem Produkt, das war lange Zeit der Stromterminmarkt, genauer der Terminmarkt für Strom in Deutschland, diese Abhängigkeit wollen wir weiter reduzieren und damit die wirtschaftliche Tragkraft auf mehrere Standbeine stellen." Iris Weidinger

Hauptsächlich wird an der EEX jedoch weiter mit Energieprodukten gehandelt. Mehr als 200 Teilnehmer hat die Börse, darunter die vier großen Energieversorger E.ON, EnBW, Vattenfall und RWE, aber auch kleinere Energieversorger und Finanzinstitute. Neben der EEX gibt es in Deutschland Brokerplattformen, an denen Strom umgeschlagen wird. Der Preis, der an der Börse festgelegt wird, gilt aber auch für diese außerbörslichen Geschäfte als Referenz. Energie-Expertin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung findet es richtig, dass sich die EEX erweitert. Gerade in Krisenzeiten sei es notwendig, international mit Strom und Gas zu handeln.

"Es ist so, dass in Krisenzeiten die Anfälligkeiten für Preisschwankungen extrem hoch sind. Gerade beim Gasmarkt wissen wir kaum, was passiert. Es gibt erhebliche Unsicherheit darüber, wie sich die Gaspreise im Winter entwickeln werden. Da haben die Marktteilnehmer entsprechende Sorgen und sichern sich ab über bestimmte Produkte, die über die EEX gehandelt werden und das spiegelt sich dann eben an der Börse wieder." Claudia Kemfert

Peter Reitz, Vorstandsvorsitzender der Energiebörse, bestätigt das. Der Konflikt in der Ukraine habe den Handel angetrieben, weil die Preise stärker schwankten. Die Händler wollten sich gegen das Risiko von Preisänderungen absichern. Dadurch gebe es mehr Transaktionen, wovon die EEX profitiere.

"Man sieht schon, dass in Zeiten, in denen große Volatilität im Markt ist, also die Schwankungsbreite von Preisen sehr hoch ist, dass das normalerweise mit steigenden Umsätzen einhergeht. Das ist übrigens nicht nur in diesem Markt so, sondern in fast allen." Peter Reitz

Für das zweite Halbjahr erwartet die EEX, dass sich der Trend des ersten Halbjahres fortsetzt. Vor allem im neu gestarteten Kohlemarkt gebe es in der zweiten Jahreshälfte noch Luft nach oben.

Ein Beitrag über die Halbjahreszahlen der EEX von Elisabeth Conze.
EEX Halbjahreszahlen
 

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