BAföG

Dürfte es etwas mehr sein?

Zu klein seien die Beiträge und zu groß die Lücken zwischen Bürokratie und studentischer Realität. Nun reagiert die Politik auf die Kritik an den derzeitigen BAföG-Regelungen.
Studenten Service Zentrum

Das Studium wird immer dichter und nebenbei noch arbeiten immer schwieriger. Gut 25 Prozent aller Studenten erhalten BAföG. Immer wieder heißt es, die Beiträge seien zu gering, die Wege zu bürokratisch und die Lücken zwischen Verfahrensweg und alltäglicher Realität riesig. Insgesamt gab es in der gut 40-jährigen Geschichte des BAföGs 25 Änderungen. Die der letzten 10 Jahre kratzten allerdings nur an der Oberfläche und ließen inhaltliche Leitlinien vermissen. Nun soll ab Herbst 2016 die neue Reform Abhilfe schaffen.

Was soll sich ändern?

Der Bedarfssatz, also das, was dem Studenten als Unterhalt für den Monat eingeräumt wird, soll für alle um 7 Prozent steigen. Dazu sollen auch die Freibeträge steigen. Damit ist der Eigenbedarf der Eltern gemeint. Das Einkommen der Eltern wird dann von dem eigenen Bedarf abgezogen. Diese Summe wird schließlich mit dem Bedarfssatz abgeglichen, und darüber der BAföG-Anspruch ermittelt. Mit der Anhebung beider Beträge wird auf die steigenden Unterhaltskosten auf beiden Seiten reagiert. Zudem soll der Höchstsatz von derzeit 640 auf 735 Euro angehoben werden. Studenten aus dem Ausland sollen sehr viel schneller Zugang zu den Förderungen bekommen. Alles gut - möchte man meinen.

Kritik bleibt nicht aus

Doch es wäre keine Reform in Sachen Bildung, wenn sich nicht auch kritische Stimmen erheben würden. Die Grünen und die Linken kritisierten gegenüber dem „Spiegel“ die Anhebung der Beiträge als zu gering. Ebenfalls schieße die Langwierigkeit der Anpassung bis zu 60 Tausend Studenten aus dem Anspruch auf BAföG. Dass die Mühlen der Politik und der Ämter langsam mahlen ist kein Geheimnis. In diesem Fall steckt jedoch noch mehr dahinter. Bisher zahlten die Länder 35 und der Bund 65 Prozent des BAföGs. Ab 2015 soll der Bund nun erstmals die kompletten Zahlungen übernehmen. Da Bildung und Wissenschaft traditionell Ländersache sind, muss erst eine entsprechende Änderung des Grundgesetzes verabschiedet werden. Diese steht am 19 Dezember im Bundesrat zur Abstimmung, eine Mehrheit gilt allerdings als sicher.

Ein Beitrag zu den BAföG-Veränerungen von mephisto 97.6 - Redakteur Nicolai von Schwarze.
 

 

 

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Nicolai von Schwarze
14.11.2014 - 19:46