Berufs-Aus für Hebammen?

Hebammen bangen um ihre Existenz

Am Samstag fanden bundesweite Proteste gegen zu hohe Versicherungsbeiträge für Hebammen statt. Im Juli sollen die Kosten auf 5000 Euro im Jahr steigen. 2015 wird eine Versicherung gänzlich fehlen. Die Existenz eines ganzen Berufsstandes ist bedroht.
Vom Aussterben bedroht: Hebammen.

 

Am Samstag fand vor der Nikolaikirche ein Protest mit rund 300 Teilnehmern statt. Er richtete sich gegen die zu hohen Versicherungsbeiträge für freiberufliche Hebammen. Die Kosten sind in den vergangenen Jahren immer wieder angestiegen. Mitte 2014 sollen sie auf 5000 Euro anwachsen.

Eine Versicherungsgesellschaft hat das Monopol

Die einzige Versicherungsgesellschaft für Hebammen ist derzeit die Nürnberger Versicherungsgruppe. Bisher hatte sie das Monopol, konnte die Beiträge also nach Belieben erhöhen. Die Versicherung hat nun aber angekündigt, ab Mitte 2015 keine Haftpflicht für Hebammen mehr anzubieten.

Zwei freiberufliche Hebammen aus Leipzig kommentieren die Situation

Annett Heitmann ist eine freiberufliche Hebamme in Leipzig. Sie kann die Argumentation der Versicherung nicht nachvollziehen. Diese habe angegeben, dass die Einzahlungen zu gering seien, hingegen würden beispielsweise die Kosten für die medizinische Versorgung immer weiter steigen. Für Frau Heitmann kommt der Wegfall der Versicherungen einem Berufsverbot gleich. Eine Lösung könnte aus ihrer Sicht ein sozialer Fond sein.

Von der Regierung wird mehr Einsatz erwartet

Auch Uta Schurig sorgt sich um die Zukunft der Hebammen. Sie ist seit zehn Jahren freiberuflich in Leipzig tätig. Ihr schwebt die Idee einer öffentlich-rechtlichen Versicherung vor. Annett Heitmann und Uta Schurig wünschen sich beide, dass sich die Politik dem Problem annimmt. Sie sehen ihre eigene und die Existenz des gesamten Berufsstandes bedroht. Auch der Deutsche Hebammenverband e.V. informiert auf seiner Homepage über die derzeitige Problemsituation.

 

Ein Bericht von Vivien Roth über den Beruf der Hebammen
Hebamme

 

 

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