Internationaler Drogentag

Drogen und Leipzig

Heute ist der Internationale Tag gegen Drogenmissbrauch und illegalisierten Handel. Wie ist die Drogensituation in Leipzig und was kann dagegen getan werden?
Drogen
Internationaler Tag gegen Drogenmissbrauch

Heroin, Chrystal Meth, Cannabis. Drogen mögen für manche ein Genuss für den Moment sein, doch langfristig sind sie ein Problem. Besonders die Liste der synthetischen Drogen wird immer länger und die Zahl der Konsumenten steigt. Auch in Leipzig. Das ist zumindest der Eindruck von Streetworkern hier, wie zum Beispiel Tante E von der Rosa-Luxemburg-Straße. Sie hat den Verein Straßenkinder gegründet und hat für den Drogenkonsum kein Verständnis:

Ich hab das am Anfang gemerkt wo das losging am Bahnhof mit den Drogen. Und das ist ja immer mehr geworden. Das weiß doch jeder. Jetzt mal. Mir tut das immer Leid. Die werden doch verführt.

Gabi Edler, Straßenkinder e.V.

Ein Beitrag von Redakteur Tammo Walter
Drogen

Tante E heißt eigentlich Gabi Edler und setzt sich schon seit der Wende für Straßenkinder ein. 2003 gründete sie dann mit Freunden den Verein. Es ist eines von vielen Projekten in Leipzig, das Menschen mit Drogenproblemen helfen will. Neben Vereinen gibt es mehrere Suchtberatungs- und Behandlungsstellen. Etwa 4200 Leipziger suchten voriges Jahr deren Hilfe auf. Die meisten davon Alkoholsüchtige. Das Problem sei, dass Alkohol gesellschaftlich akzeptiert, allgegenwärtig und leicht verfügbar ist sagt die Drogenbeauftragte der Stadt Leipzig, Sylke Lein.

Chrystalkonsum steigt weniger stark

Der Konsum von Chrystal Meth stieg vergangenes Jahr weniger stark, als die Jahre davor. Die Zahl der Heroin-abhängigen sank sogar. Wirklich aussagekräftig sei dies aber nicht.

Aber das sind immer Tendenzen oder Wellen, die sich über ne bestimmte Zeit abbilden, die sich aber auch jederzeit wieder ändern können. Das ist ein System, dass man nicht unbedingt vorhersehen kann. Abgesehen davon, dass ja jährlich eine Unmenge neuer Substanzen, Legal Hiles, auf den Markt kommen.

Sylke Lein, Drogenbeauftragte der Stadt Leipzig

Das macht die Kontrolle schwierig. Die tatsächliche Zahl der Drogenabhängigen liegt wohl auch deutlich höher als die Angaben der Stadt darlegen. Doch kann nur denen geholfen werden, die das auch wirklich wollen, sagt Tante E vom Verein Straßenkinder. Allen könne sie leider nicht helfen. Jemand sagte einmal zu ihr sie sei eine gute Frau aber schlecht fürs Geschäft. Das zeigt, dass die Arbeit gegen Drogen schwierig ist und nur langsam voran geht. Der internationale Tag gegen Drogenmissbrauch soll auf dieses Problem aufmerksam machen. Vielleicht hilft es, wenn die Arbeit von Tante E schlecht fürs Drogengeschäft ist. Das wäre schon mal ein Schritt in die richtige Richtung.

 

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