DOK Leipzig 2014

Direktor des DOK-Festivals geht

Das jährlich in Leipzig stattfindende Dokumentar- und Animationsfilmfestival bekommt einen neuen Direktor. Claas Danielsen gibt nach zehn Jahren sein Amt ab. Nun wird bis zum Jahreswechsel ein Nachfolger gesucht.
Mann lächelt in Kamera
Claas Danielsen, der Chef des DOK Leipzig, tritt zurück.

Claas Danielsen hört als Direktor des DOK Leipzig auf. Das internationale Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilme findet seit 1955 statt. Nur in den Jahren 1957-1959 wurde ausgesetzt – jeweils mit unterschiedlichen Begründungen und Hintergründen, wie auf der Seite des DOK Leipzig beschrieben wird:

1957 beschließt das Ministerium für Kultur wegen der "verschlechterten Situation im westdeutschen Kulturfilmschaffen", das Festival nicht stattfinden zu lassen.

 

Im Folgejahr 1958 resultiert aus der veränderten deutsch-deutschen Situation und der sich verschlechternden Beziehungen, der Verlust der ursprünglichen Festivalfunktion als "gesamtdeutsche Kultur- und Dokumentarfilmwoche". Gründe hierfür sind der Beitritt der BRD zur NATO, Beitritt der DDR zum Warschauer Pakt und die dadurch fortschreitende Blockintegration beider deutscher Staaten.

 

1959 wird vom Präsidium der Filmwoche erwogen, eine "Kultur- und Dokumentarfilmwoche der sozialistischen Länder" zu etablieren. Gegen diese Idee spricht sich im Sinne eines "uneingeschränkten internationalen Forums in Leipzig" der Club der Filmschaffenden aus, das Festival findet erneut nicht statt.

Eine Tradition setzt sich fort

Mit Ausnahme dieser drei Jahre wurde das DOK Festival jedoch jedes Jahr wieder in Leipzig veranstaltet. Dieses Jahr werden rund 350 Filme aus aller Welt gezeigt. Die Vorbereitungen laufen dabei das letzte Mal unter der Leitung von Claas Danielsen. Dieser Tatsache steht der gebürtige Hamburger mit gemischten Gefühlen gegenüber: Einerseits melancholisch, andererseits erleichtert, jetzt mehr Zeit und weniger Arbeitsdruck zu haben. Des Weiteren habe er das Gefühl, in den zehn Jahren und elf Festivals das meiste von dem, was er sich vorgenommen hatte, mit seinem Team erreicht zu haben – und ein Nachfolger mit neuen Ideen und Visionen sei natürlich auch nicht schlecht.

Ein neuer DOK-Direktor

Wer die Nachfolge antreten soll, ist noch nicht bekannt. Zum Jahreswechsel soll die Stelle aber neu besetzt sein. Wer das sein wird, entscheidet der Stadtrat. Für Ralf Schenk, den Vorstand der DEFA-Stiftung, ist das kein Problem. Die Stadt sei bei der Bewerberauswahl bestens beraten. Trotzdem sei es wichtig, jemanden zu finden, der Danielsens Arbeit weiterführt, so Schenk:

"Er hat versucht mit sehr viel Modernisierung sowohl was die Technik betrifft als auch was die ganze Projektion betrifft, dieses Dokumentarfilmfestival auf neue und wirklich ganz moderne Beine zu stellen. Er hat dadurch sehr viele internationale Partner gewinnen können. Er hat die Wirtschaftlichkeit dieses Festivals betont. Das heißt, er hat auf jeden Fall einen Filmmarkt etabliert, der international von sich reden macht."

Sowohl national als auch international beliebt

Das DOK-Festival hat aber nicht nur internationale Anhänger, auch bei den Leipzigern ist es sehr beliebt. Letztes Jahr gab es mit 41.500 Gästen einen neuen Besucherrekord. Für Danielsen liegt das vor allem am hochqualitativen Programm und der Vielfältigkeit der Filme. Und das wird auch belohnt: In fünf Wettbewerbskategorien konkurrieren 80 Filme. Insgesamt gibt es Preisgelder von rund 70.000 Euro.

Claas Danielsens elftes und letztes DOK Leipzig

Wer sich dieses Jahr über einen Gewinn freuen kann, wird ab dem 27. Oktober, dem Start des 57. DOK Leipzig, bekannt. Mit diesem Tag startet auch Claas Danielsens letztes Festival. Er will sich danach neuen Aufgaben widmen. Wie es mit dem DOK-Festival weitergeht, wird dann in spätestens drei Monaten bekannt. 

Ein Beitrag über das DOK Leipzig von Theresa Seiter.
 
 

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