Interdisziplinarität an der Hochschule

Diplomausstellung der HGB

36 HGB Studenten haben seit kurzem ihr Diplom in der Hand. Wie sehen sie Rückblickend ihre Studienzeit? Was gibt es bei der Präsentation der Abschlussarbeiten zu sehen?
Galerieraum der HGB
Diplomausstellung 2016

36 Künstlerinnen und Künstler haben am Freiatg, den 15. Juni an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) ihre Diplome entgegengenommen. Nach jahrelanger Studienzeit haben die Studenten zu eigenen künstlerisches Positionen gefunden. Die entsprechenden Arbeiten werden die nächsten vier Wochen ausgestellt. In der Galerie und im Festsaal, sowie in einem weiteren Raum für Filmscreenings kann man die Abschlussarbeiten betrachten. Dabei treffen verschiedenste Kunstformen aufeinander. Malerei und Fotografie werden neben Installationen und Videoarbeiten präsentiert. Da sich die Verantwortlichen über lange Zeit mit ihren selbstgewählten Themen beschäftigten und so teilweise umfangreiche Arbeiten entsanden, muss man die Diplomausstellung als ausschnitthafte Sammlung  begreifen. Der amtierende Rektor Ralf Hartmann sieht trotzdem eine allgemeine Tendenz in den diesjährigen Exponaten. Es sei zu beobachten das die Künstlerinnen und Künstler mit den Medien anderer Fachrichtungen experimentierten.

Nicht jeder Maler muss den Pinsel schwingen

So zum Beispiel Felix Pötzsch. Der Künstler studiert in der Fotografieklasse von Heidi Specker, hat aber für sein Diplom die Medien Malerei, Video und Sound verwendet. Die Arbeit wurde von ihm für den Festsaal produziert. Allerdings sollen dort für die Diplomausstellung auch andere Werke ausgestellt werden. Der Audio Teil seiner Arbeit “Sadlol” läuft jetzt im Hintergrund im Galerieraum. Offensichtlich musste Pötzsch sich mit Sachzwängen arrangieren und einen Kompromiss eingehen. Doch wie ist er im Studium damit umgegangen als ihm sein ursprünglich gewähltes Medium zu eng wurde? Pötzsch stellte schnell fest, dass sich das Maß an Ironie und Humor, dass er erreichen wollte, mit fotografischen Mitteln schlecht umsetzen ließ. Also begann Pötzsch einfach die Bilder selber malerisch zu erzeugen. In der Klasse von Heidi Specker hatte er glücklicherweise den entsprechenden Raum dafür.

Wie der Meister so der Schüler?

Die Klasse in der man nach dem Grundstudium einen Platz findet spielt also eine große Rolle für die weitere Entwicklung. Die jungen Künstlerinnen und Künstler müssen sich zwischen vielen verschiedene Einflüssen verorten. Die Kunsthochschule ist ein Ort, der die Freiheiten für diesen Prozess schützt. Dabei stehen dem Studenten verschiedene Möglichkeiten der Orientierung zur Verfügung. Einerseits hat jeder Dozent ganz eigene Vorstellungen von der künstlerischen Arbeit, andererseits muss man sich auch mit den Kommilitonen und deren Neigungen und Vorlieben auseinandersetzen. So auch Julia Debus, die soeben ihr Fotografiediplom gemacht hat. Ihre Arbeit besteht aus 37 Landschaftsaufnahmen. Diese sind in einem großen Leporello zusammengestellt und werden aufgefaltet auf einem Tisch gezeigt. So entsteht ein eine Arbeit zwischen Objekt und Fotografie. Die verwendeten Fotografien zeigen Trampelpfade, die sich wie ein improvisiertes Netz über die Landschaft legen.

All diese Ideen sind extrem wichtig.

Julia Debus

Stellvertretend steht Debus Arbeit für die Interdisziplinarität der Hochschule, denn die Werkstätten der Buchkunst machen es erst möglich eine solche fotografische Arbeit herzustellen.  Auch in den anderen Beiträgen lassen sich diese Überschneidungen der Fachbereiche beobachten. So zum Beispiel eine Großformatige Bilderserie im Festsaal, die als Installation konzipiert ist. Es macht großen Spaß sich nach diesen Überschneidungspunkten auf die Suche zu machen. Die Vielfältigkeit der Abschlussarbeiten lädt dabei dazu ein, eigene Interessen und Vorlieben zu überprüfen. Dazu besteht noch bis zum 13. August die Möglichkeit.

mephisto 97.6 Redakteur Max Öyvind Wiesner war bei der Ausstellunsgeröffnung vorbei. Er fasst die Diplomausstellung kurz zusammen:

Der Beitrag von Max Öyvind Wiesner zur Diplomausstellung an der HGB
 
 

Kommentieren

Max Öyvind Wiesner
20.07.2016 - 19:23
  Kultur

Die Ausstellung der Diplomarbeiten feierte am 15. Juli Eröffnung und ist insgesamt vier Wochen an der HGB Di.-Fr. 14-18 Uhr zu sehen.