CD der Woche

Dillon - The Unknown

Tiefe Melancholie, sphärische Arrangements sowie im Vergleich zum Vorgänger neugewonnene Eigenständigkeit: Die gebürtige Brasilianerin Dillon hat sich auf ihrem Zweitwerk deutlich weiterentwickelt. „The Unknown“ ist unsere CD der Woche.
Dillon - The Unknown

Dominique Dillon de Byington zog im Alter von 4 mit ihrer Mutter von Brasilien nach Köln. Nach ihrem Abitur 2007 ging sie nach Berlin und veröffentlichte ihre erste Single unter dem Label Kitty-Yo. Vorerst konzentrierte sie sich dann aber doch auf ihr Fotografie- Studium. Darum erschien erst 2011 ihr Debut „This Silence Kills“.

Eindrucksvolle Weiterentwicklung

Seit diesem wiederum hat sie ihr Soundbild weiterentwickelt. „This Silence Kills“ klang zwar eher düster, doch immer wieder blitzte hoffnungsvoll anmutender Elektropop zwischen den schweren Klavier- Parts auf. Die hat sie auf „The Unknown“ endgültig wegrationalisiert.

Ihr Zweitling klingt durchgehend düster, bedrückend - und dabei wirklich gut.

Die Stimme der 25-jährigen dominiert trotz ihrer Zerbrechlichkeit jederzeit über die spärlich eingesetzten Drums, das Piano und die wabernden Synthesizer- Sounds.

Minimalismus als Stilmittel

„The Unknown“ lebt von Minimalismus. Dillon lässt sich nicht auf große Spielereien ein: nicht auf Streicher und auch nicht auf Kinderchöre. Durch diesen Verzicht umschifft sie gekonnt das Fahrwasser, in das melancholische und ruhige Alben schnell treiben: den Kitsch.

Inspiriert wird sie vor Allem von ihrem Wohnort Berlin. Die graue Metropole konnte sie, trotz Schreibblockade nach ihrem ersten Album, nicht verlassen.

Textlich schlägt sich das in introvertierten, traurigen und nachdenklichen Zeilen nieder:

Rain Fills My Eyes // In The Sea I Lose My Mind // I´m Only A Matter Of Time

 

Keine Musik für sonnige Gemüter

Das ist auch die einzige Schwäche, die man dem Album ankreiden kann. Ein derart melancholisches Album ist nicht für jeden auf voller Länge zu ertragen. Besonders Vielseitig ist das Werk daher außerdem auch nicht.

Wer aber nachdenklicher Musik viel abgewinnen kann, der wird mit „The Unknown“ viel Freude haben. Besonders gut funktioniert es in demselben Kontext, in dem es wohl geschrieben wurde: An verregneten, grauen Tagen in der Großstadt.

Moderator Jan Wiedemann im Gespräch mit Tabea Buckard zu "The Unknown" von Dillon
SG CD der Woche "The Unknown" von Dillon
 

Kommentare

Liebe Musikredaktion, ich bin ja schon ein älteres Semesters und deshalb gefällt mir diese Mischung zwischen Grace Slick, Janis Joplin und Marianne Faithfull sehr gut. Ich werde gucken, was BPitch weiter veranstalten. Grüße Heuß

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Dillon: The Unknown

Tracklist:

1) The Unknown

2) A Matter Of Time

3) You Cover Me

4) Forward

5) In Silence

6) 4ever

7) Evergreen

8) Into The Deep

9) Dont Go

10) Lightning Sparked

11) Nowhere

12) Currents Change

Erscheinungsdatum: 28.03.2014
Bpitch Control