Ausstellung

Die Welt der Masken im Grassi Museum

Unter dem Motto „Grassi invites #3: Masken!“ zeigt das Grassi Museum für Völkerkunde in Leipzig Masken aus verschiedenen Epochen in einem neuen Kontext. Die Besucher können diese mit Taschenlampen ausgestattet entdecken.
In der Ausstellung sind Masken aus verschiedenen Epochen zu sehen.
Im Grassi Museum hängt Spiderman zurzeit neben traditionellen Masken aus aller Welt.

Masken spielen schon seit Jahrhunderten eine große Rolle in der Weltkultur. Egal, ob bei religiösen Zeremonien oder bei Theateraufführungen, aufwendig gestaltete Gesichtsmasken dürfen nicht fehlen. Selbst Superhelden oder Schurken wie Batman oder Darth Vader können auf sie nicht verzichten. Wie vielfältig die Welt der Maskerade ist, zeigt das Grassi Museum bis Anfang März in einer dreimonatigen Ausstellung.

Masken sind rituelle, performative Objekte. Doch sobald sie ins Museum kommen, werden sie in Glasvitrinen gelagert und verwandeln sich zu bewegungslosen Gegenständen 

Nanette Snoep, Direktorin des Grassi Museums

Um den Masken wieder neues Leben einzuhauchen, hat sie die Ausstellung von Performance- und Theaterkünstlern kuratieren lassen.

Der Leipziger Theatermacher Michael Vogel hat zum Beispiel einen anderen Blick auf die Masken. Dementsprechend werden die Besucher alt Bekanntes aus der Dauerausstellung in einem neuen Kontext erleben können. 

Nanette Snoep

Spiderman und Pussy Riot treffen auf afrikanische Masken

Ein Gang durch die Ausstellung zeigt, dass es sich dabei nicht um ein leeres Versprechen handelt. Neben einer traditionellen afrikanischen Maske hängt eine gestrickte Pussy Riot-Kopfbedeckung. Auch die Spiderman-Maske taucht an ungewohnter Stelle auf. In dem Ausstellungsraum selbst ist es ziemlich dunkel, sodass der Museumbesucher mit einer Taschenlampe auf die Suche nach den Masken gehen muss. Diese hängen an einer halbrunden Wand,  vor der sich ein transparenter Stoffvorhang befindet. Ethnologe Kevin Breß, der die Ausstellung mit konzipiert hat, sagt:

Die Masken scheinen sich zu verändern, wenn man sie mit der Taschenlampe anleuchtet. Es ist fast so, als würden sie sich bewegen. 

Grassi invites #3: Masken!

Video: Elena Boshkovska, Daniel Salpius und Dennis Blatt

Fotos: Sarah Schneidereit

In einem weiteren Raum hängt nur eine einzige Maske, die die Besucher sich einzeln anschauen sollen. 

So kann jeder einen ganz eigenen Zugang zum Exponat entwickeln und erleben, was das mit einem macht.

Nanette Snoep

Damit auch wirklich immer nur ein Betrachter gleichzeitig im Raum ist, wurde an der Tür extra eine Ampel installiert. Im Nachbarraum werden Masken nochmal auf eine ganz andere Art und Weise zum Leben erweckt: Alexej Vancl vom Figuro-Theater lässt dort während der dreimonatigen Ausstellung Masken entstehen und verwandelt damit schrittweise den gesamten Raum.

Den ganzen Beitrag von Dennis Blatt gibt es hier zum Nachhören:

Dennis Blatt über die Ausstellung im Grassi Museum.
Dennis Blatt über die Ausstellung im Grassi Museum.
 

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Sarah Schneidereit
15.12.2016 - 20:19
  Kultur

Grassi invites #3: Masken!

Die Ausstellung ist bis zum 5. März 2017 im Grassi Museum, Johannisplatz 5-11, zu sehen. Begleitend gibt es ein Programm mit verschiedenen Rundgängen und Workshops, in denen Teilnehmer eigene Masken basteln können.

Weitere Informationen zur Ausstellung