Feature: Geschichte Israels

"Die Utopie Realität werden lassen"

Viele Jüdinnen und Juden emigrierten im 20. Jahrhundert nach Palästina, um den Staat Israel mitaufzubauen. Bei seiner Reise nach Israel hat unser Redakteur Felix Heubaum einige von ihnen getroffen und ihre Geschichten in seinem Feature erzählt.
Mahnmal für die jüdischen Partisanen in der Gedenkstätte Yad Vashem
Ein Mahnmal für jüdische Partisan*innen in der Gedenkstätte Yad Vashem in Israel

In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts entstanden vor allem in Osteuropa viele Organisationen, in denen sich junge Jüdinnen und Juden organisierten. Sie alle hatten verschiedenste politische und religiöse Überzeugungen, aber ein gemeinsames Ziel: den Aufbau eines jüdischen Staates in Palästina.

Innerhalb dieser zionistischen Bewegung gab es große sozialistische Organisationen, welche die Jugendlichen auf das Leben in einem Kollektiv vorbereiten wollten. Die sozialistischen Zionisten sahen in dem Aufbau eines eigenen Staates die Verwirklichung ihrer politischen Utopie, dem Sozialismus.

Siedlungen für einen neuen Staat

Das Mittel hierzu waren die Kibbuzim; kleine Siedlungen, in denen man gemeinsam arbeitete und wirtschaftete. Nach dem Zweiten Weltkrieg bemühten sich die Jugendbewegungen darum, jüdische Überlebende in Europa nach Palästina zu bringen. Viele gründeten ein Kibbuz. Die dort lebenden Pioniere machten das Land fruchtbar, bauten Infrastruktur auf, aber mussten sich auch militärisch verteidigen. Auf die Struktur der Kibbuzim stützte sich der junge Staat Israel, der im Unabhängigkeitskrieg 1948 seine Eigenständigkeit behaupten konnte. Die Netzwerke der Jugendbewegungen und die staatlichen Bemühungen führten dazu, dass sich viele Jüdinnen und Juden in der ganzen Welt für die Alija, für die Immigration nach Israel entschieden.

Die Utopie in der Krise

1977 änderte sich die Situation für die sozialistisch organisierten Siedlungen grundlegend. Die ökonomische Krise der 80er Jahre führte dazu, dass auch in vielen Kibbuzim Gemeineigentum privatisiert wurde. Bis heute hat sich die Kibbuzim-Bewegung von diesem Einschnitt nicht erholt, im Gegenteil: immer weniger junge Menschen wollen das Leben ihrer Eltern und Großeltern führen.

In unserem Feature gehen wir der Geschichte der Jugendbewegungen nach, untersuchen die Gründe für die Krise der Kibbuzim und fragen junge Kibbuzniks, wie sie auf die gegenwärtigen Herausforderungen reagieren.

Das komplette Feature gibt es zum Nachhören auf Mixcloud.

 

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