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Die rosa Wolke der Klischees

Klischees begleiten uns ein Leben lang. Vor allem Geschlechterklischees sind sehr hartnäckig und verankern das Rollendenken in der Gesellschaft. Eine kleine Reise durch die Klischees des Frau seins.
Rosa für Mädchen und blau für Jungs. Schon von Geburt an werden wir mit Klischees konfrontiert.

Wie viele Klischees uns im Leben begegnen und wo sie überall auf uns lauern, darüber hat sich Redakteurin Sophie Rauch Gedanken gemacht und ist auf eine kleine Reise durch die Klischees ihres Lebens gegangen:

mephisto 97.6 Redakteurin Sophie Rauch über die Klischees in ihrem Leben.

Sprecher.

Janek Kronsteiner

Alina Tillenburg

Angela Fischer

Paul Materne

2006 Klischeereise

 

Wenn wir alle einmal ehrlich sind, werden wir von Geburt an mit Klischees belastet. Und diese hängen uns nach wie übler Mundgeruch. Vor allem Geschlechterklischees schreiben vor, wie Männer und Frauen sein sollen. Die Jahre vergehen und wir werden immer wieder mit neuen Vorurteilen konfrontiert.

Der Weg in die Klischees

Schon der Ausruf "Es ist ein Mädchen!" entscheidet über den Lebenswegs eines jeden Kindes. Hier beginnt die Klischeereise. Das Kind bekommt ein rosafarbenes Namensbändchen und das ist erst der Anfang. Einige Eltern verrennen sich kaum nach der Geburt in der rosafarbenen Mädchenabteilungen der Spielzeug- und Klamottenläden. Das Mädchen verbringt seine Kindheit in einem Nebel aus Tüll, Pink und Blumen. Das typische Mädchen-Spielzeug spiegelt die typische Frauenrolle wieder. Mit Baby Born und Küche wird das junge Mädchen an Aufgaben wie Kochen und Kinder hüten heran getragen. Und die Barbie-Puppe vermittelt schon früh das Körperideal der Gesellschaft.

Kaum sind wir aus den Kinderschuhen gewachsen, geht es weiter auf dem Weg der Klischees und zwar in Richtung Pubertät. Hier fangen die Unsicherheiten erst richtig an. Überall werden uns Frauen Schönheitsideale vermittelt und Schülerinnen bekommen den davon ausgehenden Druck am schnellsten zu spüren. Du musst nur nicht einer gewissen Norm angehören und schon beginnen die Hänseleien auf dem Schulhof. Erst gegen Ende der Pubertät wird herausgefunden, dass Individualität gar nicht so schlecht ist. Leider viel zu spät.

Wo ist nur der Ausweg?

Aber es wäre zu schön, wenn hier schon die Klischeereise zu Ende wäre. Denn egal ob im Privat- oder Berufsleben Frauen werden weiterhin mit Klischees verurteilt. Beginnen wir bei den typischen Berufen für Frauen - natürlich müssen hier Soziales und Kinder eine Rolle spielen. Bei naturwissenschaftlichen und technischen Berufen kommt der ein oder andere schon einmal ins Grübeln, ob es sich nicht um einen Scherz handelt. Und dann wäre da noch der ewige Druck, eine Familie gründen zu müssen. Eine alleinstehende, kinderlose 30-Jährige muss sich ständig rechtfertigen für ihren Lebensstil. Das kann doch nicht richtig sein?

 

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