Braunkohle

"Die Probleme sind vielfältig"

Am vergangenen Samstag kamen an die 100 Menschen in der Innenstadt auf eine besondere Weise zusammen: Sie bildeten eine über 300 Meter lange Menschenkette, um gegen Braunkohle zu demonstrieren.
EEG-Umlage
Der Braunkohleabbau prägt auch das Bild von Leipzig.

Braunkohle – das schwarze Gold. Bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird der Rohstoff in Deutschland industriell gefördert. 2006 wurden die weltweit förderfähigen Braunkohle-Reserven von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) auf 283,2 Milliarden Tonnen geschätzt – knapp 15 Prozent hiervon lagern in Deutschland. Auch bei der Förderung lag Deutschland mit 176,3 Millionen Tonnen im Jahre 2006 noch weit vor etwa China, Russland und den USA.

Verschmutzes Wasser und riesige Löcher

Torben Ibs organisierte die Antikohle-Kette mit.

Doch immer öfter wird auch über die Nachhaltigkeit von Braunkohle diskutiert. Denn um die Kohle fördern zu können, müssen oftmals große Flächen aufgegraben werden. Dadurch kommt es nicht nur zu Verschmutzungen des Grundwassers und riesigen Löchern als "Überbleibsel" – oftmals müssen für den Tagebau sogar ganze Dörfer umgesiedelt werden. Zudem werden bei der Umwandlung der Braunkohle in Energie große Mengen Kohlendioxid freigesetzt.

Um darauf aufmerksam zu machen, organisierten gleich mehrere Umweltverbände die "Antikohle-Kette" in Leipzig. Am vergangenen Samstag kamen rund 100 Braunkohle-Gegner zusammen, um gemeinsam gegen das schwarze Gold aufzutreten. Torben Ibs, Sprecher der Initiative zur Antikohle-Kette aus Leipzig, hat klare Vorstellungen vom Braunkohle-Stopp:

"Derzeit ist es in Sachsen so, dass die Regierung versucht, Braunkohle auszubauen. Das heißt, die Tagebaue, die jetzt existieren, reichen im Prinzip bis 2030. Wenn man es mit der Energiewende ernst nehmen würde und sagt, bis 2030 Braunkohle und dann zu 100 Prozent erneuerbare Energien, könnten wir damit auch als Umweltschützer leben."

Sachsen bundesweit führend

Allerdings würde sich durch den Neuaufschluss der Tagebaue auch die Zeit des Abbaus bis 2050 verlängern. Die dadurch verursachten Probleme seien vielfältig. Die sächsischen Braunkohlekraftwerte sind nicht nur die größten CO2-Emittenten bundesweit, auch die Belastung der Luft durch Schwermetalle sei laut Ibs nicht ungefährlich.

Allerdings sehen nicht alle die "Nebeneffekte" so kritisch und so habe es neben der überwiegend positiven Resonanz laut Ibs auch Gegenwind gegeben: "Natürlich gibt es auch erklärte Braunkohle-Befürworter, die das auch äußern. Und sagen 'Was ist das denn, wir brauchen doch Braunkohle, heimische Energieträger und so weiter'". Ende des Monats soll es eine noch längere Kette in der deutsch-polnischen Lausitz geben.

Moderatorin Anne Eichhorn im Interview mit Torben Ibs, Sprecher der Initiative zur Anti-Kohlekette.
Moderatorin Anne Eichhorn im Interview mit Torben Ibs, Sprecher der Initiative zur Anti-Kohlekette.
 

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Elisa Marie Rinne
11.08.2014 - 14:52
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