Filmrezension

"Die Mumie" sollte im Grab bleiben

1999 erschien der Film "Die Mumie" mit Brendan Fraser in der Hauptrolle. Zwei Fortsetzungen folgten. Nun erhält die Reihe ein Reboot und bildet damit den Auftakt von Universals Dark Universe.
Die Mumie
Ahmanet kehrt von den Toten zurück

Vor 2000 Jahren ermordete die ägyptische Prinzessin Ahmanet ihren Vater und dessen Sohn mithilfe von dunkler Magie. Für diese Sünde wurde sie lebendig mumifiziert. 

In der heutigen Zeit stößt der Soldat und Hobby-Grabräuber Nick Morton (Tom Cruise) auf deren Grab in Mesopotamien. Zusammen mit der Archäologin Jenny birgt er den Sarkophag – ohne zu wissen, welch böse Macht sie damit entfesseln. Die darin eingeschlossene Mumie (gespielt von Sofia Boutella) ernennt ihn prompt zu ihrem Auserkorenen. Das beschert Nick nicht nur merkwürdige Visionen, sondern bringt ihn auch unter Ahmanets Kontrolle.

Gemeinsam mit Jenny besteigt er ein Flugzeug, um den Sarkophag nach England zu bringen. Das Flugzeug stürzt jedoch ab und Ahmanet kann ihrem Gefängnis entkommen. Nun muss Nick sie mithilfe von Jenny und einer mysteriösen Organisation aufhalten, bevor sie das ultimative Böse in die Welt holt.

Abenteuer und Horror fehlen

Obwohl der Film 2 Stunden lang gut unterhält, scheint etwas zu fehlen. Die exotische Story wird ins vergleichsweise langweilige London verlegt. Obwohl „Die Mumie“ wesentlich düsterer als die Brendan Fraser – Filme ausgefallen ist, sucht man den erhofften Horrorfaktor vergeblich. Der Humor funktioniert mal mehr oder weniger gut und bisweilen leider eher unfreiwillig. So verkommt beispielsweise eine Verfolgungsjagd mit Untoten unter Wasser eher zu einer Lachnummer.

Der Film gibt sich große Mühe dabei, alles genauestens zu erklären, damit der Zuschauer sein Gehirn ja nicht beanspruchen muss. Das nimmt besonders zur Mitte hin überhand. So wird die Geschichte von Ahmanet bereits in den ersten 10 Minuten ausführlich erzählt, damit sich bloß niemand wundert, woher denn nun diese Mumie kommt.

Es fällt zudem schwer, mit dem Hauptcharakter mitzufiebern. Der ist in typischer Tom Cruise Manier kaum mehr als ein charmanter Halunke. Eine Rolle, für die Cruise langsam zu alt wird. Dazu kommt, dass Nick einen Großteil des Films nicht mal einen eigenen Willen hat, sondern nur von anderen Figuren ferngesteuert wird. Auch die Mumien-Expertin Jenny fällt hauptsächlich dadurch auf, dass sie andauernd gerettet werden muss.

Fazit

Die Mumie nimmt sich ein kultiges Ausgangsmaterial und macht einen typischen Tom Cruise Actionfilm daraus. Das Ganze wird mit Anspielungen auf weitere literarische Monster gespickt, da schon seit längerem bekannt ist, dass Universal mit der Mumie den Grundstein für ein neues Monster-Filmuniversum legen will. Gewürzt wird der Film ordentlich mit Klischees und ergibt einen typischen Sommerblockbuster. Ein Klassiker wird er aber sicher nicht.

Die wichtigste Frage, die man sich als Kinobesucher stellt, ist wohl leider: Wo ist Brendan Fraser?

 

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Eleen Reinke
14.06.2017 - 10:32
  Kultur

Das Dark Universe soll ein neues Filmuniversum begründen, in dem klassische Horrorgeschichten neu aufgelegt werden. Geplant ist bereits "Frankensteins Braut". Folgen könnten außerdem Klassiker wie "Dracula", "Der Schrecken vom Amazonas" oder "Das Phantom der Oper".