Jubiläumsflug

Die Mauer umfliegen

Ein Linienflug von Frankfurt nach Leipzig – heute ist das nichts Besonderes. 1989 aber sorgte der Beginn des Linienflugverkehrs zwischen der Bundesrepublik und der DDR für euphorische Reaktionen in der Öffentlichkeit. Nun wurde das Jubiläum gefeiert.
Reden nach der Landung des Jubiläumsfluges am Flughafen Leipzig/Halle
Gerade ist der Jubiläumsflieger gelandet - und wird in Reden gewürdigt

Diesem ersten Flug waren zähe Verhandlungen vorausgegangen. Sowohl die Alliierten als auch die beiden Deutschen Staaten mussten dieser Verbindung zustimmen. Besonders die westlichen Alliierten hatten Vorbehalte: Sie betrieben die hochsubventionierten Flüge nach Berlin und befürchteten durch die neue Verbindung einen Konkurrenten. Doch nachdem die Sowjetunion die Flugverbindung gutgeheißen hatte, wollten sich die Westmächte nicht die Blöße geben, den Prozess zu behindern und stimmten letztendlich auch zu.

Ein Umweg in der Luft

Der Flug im Jahr 1989 dauerte beinahe eineinhalb Stunden – mehr als doppelt so lange wie heutzutage. Das lag daran, dass die deutsch-deutsche Mauer nicht direkt überflogen werden konnte. Denn über ihr befand sich eine militärische Kontrollzone, deren Luftkorridore von deutschen Flugzeugen nicht benutzt werden konnten. So musste die Maschine um die Mauer herumfliegen. Die Route führte über Prag und den Böhmischen Wald, dann über Dresden nach Westen in Richtung Leipzig. Das verschwendete viel Kerosin, machte aber den Flugverkehr erst möglich.

Zunächst war der Luftverkehr nur bis Ende Oktober 1989 genehmigt. Dieses Datum wurde jedoch schon bald von den historischen Ereignissen überholt: Am 9. November fiel die Mauer – und damit auch das Hindernis für den Flugverkehr.

"Flug 89" - eine Reportage von Christoph Paul Hartmann
Flug 89
 

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Christoph Paul Hartmann
13.08.2014 - 21:06
  Kultur