Lehrermangel

Die lieben Lehrer

Lehrer sind in Sachsen Mangelware – das ist nichts Neues. Eigentlich hatte sich dieser Zustand mit dem Inkrafttreten des neuen Koalitionsvertrages ändern sollen, stattdessen wurde die Debatte erneut ins Rollen gebracht.
Auch Mathe lernt sich am besten in einer schönen Umgebung

In ganz Sachsen fehlt es an Lehrern, allein in den drei großen Städten Leipzig, Chemnitz und Dresden sind es insgesamt 90 Stellen, die belegt werden müssten. Die neue Landesregierung will 6.000 neue Lehrer für das Bundesland, doch schon jetzt stellt sich für die bildungspolitische Sprecherin Cornelia Falken die Frage, wann das denn passieren soll. Sie brachte die Debatte mit ihrer Kleinen Anfrage im sächsischen Landtag ins Rollen. Bereits jetzt besteht ein großer Bedarf an Lehrkräften, um den regulären Unterricht und auch Vertretungsstunden zu gewährleisten.

Dabei gibt es Mängel sowohl im Grund- als auch im Ergänzungsbereich der Stundenpläne: der Grundbereich stellt dabei jenen Teil da, welcher die klassische Wochenstundenanzahl des Unterrichts ausmacht. Im Ergänzungsbereich soll außerdem mit zusätzlichen Stunden sichergestellt werden, dass auch Vertretungen geführt, Lehrer bei Ausfall langfristig ersetzt und zusätzliche Angebote wie AGs etc. geleitet werden können.

"In den Naturwissenschaften ist der Bedarf größer als in den Geisteswissenschaften."

Besonders an Berufs- und Förderschulen stelle derzeit die Besetzung fehlender Lehrstellen im Grundbereich ein Problem da, so Roman Schulz, Pressesprecher der Bildungsagentur. Im Bereich der Ergänzungsstunden stellt er einen noch größeren Mangel fest – insbesondere in den naturwissenschaftichen Fächern, die dem Überangebot an geisteswissenschaftlich Gelehrten gegenübersteht. Dies führt er auf eine Verschiebung bei den Lehramtsstudenten zurück.

Doch während schon allein in Leipzig im Grundbereich der Bedarf um rund 150 Stunden unterschritten wird, was in etwa 6 Stellen entspricht, sind es im Ergänzungsbereich mit 752 fehlenden Stunden 29 Stellen. Wenn man dies auf die insgesamt 34.000 Schüler Leipzigs umrechnet, sind das immerhin ca. 4.500 Schüler, die eine Pflichtstunde pro Woche missen – immerhin fast ein Siebentel.

Die Klassengröße nimmt zu, die Unterrichtsqualität sinkt

Gerade dieser Ergänzungsbereich ist es, an dem es an allen Ecken und Enden fehlt. In der Folge sind Klassen mit mehr als 28 Schülern überfüllt und es gibt keine Lehrer, um diese große Schülerzahl aufzuteilen und damit qualitativ besseren Unterricht zu ermöglichen.

Wenn ich den Unterricht gut absolvieren und eine gute Qualität vom Unterricht gewährleisten will, dann ist es notwendig, dass ich das, was in der Verwaltungsvorschrift geschrieben ist, den Schulen auch zuweise. Ansonsten entstehen natürlich Lücken.

So äußerte sich Cornelia Falken zu der Problematik. Um aber neue unbefristete Stellen einzuräumen, stellt die Staatsregierung nicht genügend Geld zur Verfügung und so werden ehemalige Lehrende und Rentner befristet eingestellt. Damit soll der Mangel auf vorübergehender Basis ausgeglichen werden. Falken bemerkt:

Wir hatten 2.500 Bewerbungen vorliegen, es sind aber nur um die 800 eingestellt worden. Das Problem liegt also in Sachsen und nicht darin, dass wir nicht genügend Lehrer haben.

 

 

Moderatorin Lily Meyer im Gespräch mit mephisto 97.6 - Redakteur Magnus Folten
Lehrermangel
 

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Leandra Käsler
20.11.2014 - 19:23