Gespräche auf dem Roten Sofa

Die letzten Jungs der DDR

Im Jahr des 25. Jahrestages der Wiedervereinigung gibt es Bücher darüber zur Genüge. "89/90" von Peter Richter sollte man trotzdem lesen. Der Roman erzählt schonungslos ehrlich von den letzten Jugendlichen in der DDR.
Peter Richter
Peter Richter zu Gast bei uns am Stand in der Glashalle

Die Lichtgrenze in Berlin, das Lichtfest hier in Leipzig. Die friedliche Revolution von '89 wird gerne strahlend dargestellt, fast wie ein kleines Wunder, weil alles so friedlich war. Der Roman "89/90" erzählt die Geschichte von damals aus der Sicht der letzten Generation Jugendlicher in der DDR. Und da geht es weit weniger friedlich zu. Es geht um Straßenschlachten, nicht nur mit der Polizei, sondern auch zwischen Rechten und Linken. Und um das Erwachsenwerden in einem Land, das es heute nicht mehr gibt. Peter Richter hat den Roman geschrieben. Damals zur Wende selbst Jugendlicher in Dresden, heute Kulturkorrespondent der Süddeutschen Zeitung in New York. 

Peter Richter im Interview mit mephisto 97.6-Redakteurin Paula Drope
 

Über das Buch

"89/90" ist authentisch. Der Roman schönt nicht, er erzählt ehrlich von der Zeit der Wende aus der Sicht eines Jugendlichen. Von den aufregenden Zeiten aber auch von Gewalt, zerbrechenden Freundschaften und der Absurdität des Systems in der DDR. Es ist nicht nur ein Buch für die, die dabei waren, es ist auch ein Buch für die Generation, die das Land, das es heute nicht mehr gibt, die DDR, nur noch auch Erzählungen kennen oder aus dem Schulunterricht. In witzigen und erklärenden Fußnoten wird das Lebensgefühl in der DDR geduldig erklärt. Und der Haupttext erstaunt: So viel ist einen Jungen in nur zwei Jahren passiert? Aber so war es wohl 89/90.

 

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"89/90" von Peter Richter ist bei Luchterhand erschienen.