Arbeitslosigkeit

Die Kunst des Zählens

Mit knapp neun Prozent Arbeitslosigkeit sind in Leipzig so viele Leute in Arbeit wie seit 25 Jahren nicht mehr - zumindest laut offizieller Zählung. Die sächsische Linke wittert jedoch Schönrechnereien hinter den glänzenden Zahlen.
Die Beschäftigungsquote für Menschen mit Behinderung wurde in Sachsen nicht eingehalten.
Die Beschäftigungsquote für Menschen mit Behinderung wurde in Sachsen nicht eingehalten.

Die jüngst veröffentlichten Zahlen der Agentur für Arbeit in Leipzig weisen auf eine sehr positive Entwicklung des Arbeitsmarktes hin, wenn man ihnen Glauben schenkt. Dass man das nicht unbedingt tun sollte, rät die Linke. Die Zahlen unterschlügen knapp ein Viertel der Arbeitslosen in Leipzig.

mephisto 97.6-Redakteurin Marisa Becker mit Details und kritischen Stimmen zur Arbeitslosenstatistik: 

Marisa Becker zur Arbeitslosenstatistik.
 

Positive Entwicklung, fragwürdige Zahlen

Hermann Leistner, Pressesprecher der Agentur für Arbeit, betont, dass die Zahlen trotzdem aussagekräftig sind. Vor einigen Jahren sei die Arbeitslosenquote noch im zweistelligen Bereich gewesen.

Ein Grund für diese Entwicklung sei die Vielseitigkeit des Arbeitsmarktes. Vor ein paar Jahren habe sich die Stadt noch primär als Dienstleistungsstadt wahrgenommen. Das hat sich aber verändert. Heute bieten vor allem die Logistik- und Fertigungsbranche viele Jobs. Das mache den Markt sehr robust und weniger anfällig für Krisen und Konjunkturflauten.

Ein weiterer Indikator für die positive Entwicklung sei die Tatsache, dass trotz des großen Zuzugs der vergangenen Jahre die Arbeitslosenquote weiter gesunken ist.

Flüchtlinge stärken Arbeitsmarkt

Auch durch Flüchtlinge konnten neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Leistner stellt klar, dass Asylbewerber nicht bloß eine Belastung für die Stadt darstellen, sondern durchaus positiv zur wirtschaftlichen Situation in Leipzig beitragen. Vor allem in Cartias Organisationen und der Verwaltung wurden viele Menschen zur Bewältigung der Flüchtlingsflut eingestellt. Außerdem entstehe durch die Flüchtlinge ein erhöhter Bedarf an Konsumgütern, was ebenfalls die Wirtschaft ankurbele.

 

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