Interview

Die digitale Revolution

Das Internet verändert alles - auch den Musikmarkt. Das Label Analogsoul ist deswegen immer auf der Suche nach Wegen, um für Fans und Musiker faire Bedingungen zu schaffen. Andreas Bischoff hat mit uns über die Möglichkeiten gesprochen.
Mit seinem Label Analogsoul will Andreas Bischof neue Möglichkeiten für Musiker schaffen.

Durch eine Art kreativen Geistesblitz schreibt der Musiker seinen Song, dann kommt das Album und damit der große Erfolg. So sieht das Ganze zumindest in der Vorstellung aus. Doch in den letzten Jahren passiert etwas in der Musikwelt. Zum einen gibt es durch neue Aufnahmemöglichkeiten immer mehr Musik. Onlinedienste wie bandcamp oder Soundlcoud ermöglichen es jedem, seine Musik ins Netz zu stellen. Außerdem können Fans dank Streamingdiensten auf so viel Musik zugreifen, wie noch nie zuvor. Die einen freut das natürlich. Für Musiker und Labels ist diese digitale Revolution allerdings eine große Herausforderung. So steckt hinter Spotifys Ausgleich an Künstler eine komplizierte Rechnung, die insbesondere Indiebands langfristig benachteiligt.

Der Musiker im 21. Jahrhunderts

Einer, der das erkannt hat, ist Andreas Bischof. Er ist Geschäftsführer des Leipziger Labels Analogsoul. Neben den typischen Aufgaben eines Labels machen Andreas und Analogsoul allerdings noch viel mehr: Sie schaffen Stück für Stück eine neue Vorstellung des Musikers im einundzwanzigsten Jahrhundert. Gemeinsam mit ihren Fans und Musikern versuchen sie, die Stärken des Onlinemarktes zu nutzen. So konnte Analogsoul bereits sieben von acht Projekten erfolgreich über die Crowdfunding-Plattform Vision Bakery finanzieren. Das Label will die Fans dazu bewegen, sich an den kreativen Prozessen der Band zu beteiligen. Mit ihrem eigenen Projekt I Am A Forest gehen sie deswegen über die bloße finanzielle Unterstützung durch Fans hinaus. Stattdessen werden alle Momente der Entstehung eines Albums festgehalten und geteilt. Interviews, musikalischen Skizzen oder frei verfügbaren Tonspuren sollen den Fans die Möglichkeit geben dabei zu sein, wenn ein Album entsteht - und mitzuwirken.

 

Wie das genau funktioniert und was für Ideen Analogsoul noch bereithält, hat uns Geschäftsführer Andreas Bischof im Interview erzählt.

mephisto 97.6-Moderator Magnus Folten spricht mit Andreas Bischof vom Label Analogsoul.
1902 Andreas Bischof IV
 

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Lars-Hendrik Setz
20.02.2016 - 17:23
  Kultur

Analogsoul im Web 2.0:

 

Andreas Bischof ist so etwas wie ein Botschafter bei Analogsoul. Zuletzt im Januar, als er bei einem TEDx-Talk in Leipzig über seine Vorstellung vom Musiker im 21. Jahrhundert gesprochen hat. Hier geht's zum Video.

 

Wann schlafen die eigentlich? Neben dem Vertrieb von Musik schreiben Analogsoul einen Blog, machen Podcasts oder netzwerken, was das Zeug hält. Ein Blick auf die Homepage lohnt sich jedenfalls.

 

I Am A Forest ist ein einzigartiges Projekt. Damit alle wissen, worum es geht, hat die Band ein Manifest verfasst. Nachlesen kann man das Ganze hier.

 

Ist das fair? Die Kollegen und Kolleginnen von der britischen Tageszeitung The Guardian haben sich mal umgehört und herausgefunden, welche Plattform wie viel an Künstler zahlt. Wie viel - oder wie wenig - Künstler verdienen, erfahren Sie hier.