Ökolöwe Umweltbund Leipzig e.V.

Des einen Freud, des anderen Leid?

Die Arbeitslosenzahlen in Deutschland werden immer besser. Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wurden daher abgeschafft. Auch beim Ökolöwe Umweltbund Leipzig e.V. wurde gekürzt. Stehen die Projekte des Vereins jetzt vor dem Aus?
Park
Der Ökolöwe Umweltbund e.V. setzt sich für Naturschutz ein. Jedes Jahr veranstaltet er im Clara-Zetkin-Park eine Ökofete.

Der Ökolöwe Umweltbund e.V. sorgt dafür, dass in Leipzig das Naturschutzrecht eingehalten wird. Als anerkannter Naturschutzverband setzt er sich beispielsweise für Lärmschutz, Umweltbildung und den Ausbau von Radwegen ein. Seit der Gründung vor 25 Jahren hat der Verein verschiedene Projekte ins Leben gerufen, darunter die Umwelttage und die Ökofete im Clara-Zetkin-Park. 

Es wird eng

In den letzten 25 Jahren hat der Ökolöwe von der sogenannten Beschäftigungsförderung profitiert – er hat also Zuschüsse dafür bekommen, Jobs zu schaffen. Auf diese Weise wurden etwa zehn Mitarbeiter pro Jahr beschäftigt – Bibliothekare, die in der Umweltbibliothek arbeiteten, Gärtner und Umweltpädagogen, die den Stadtgarten Connewitz betreuten.

Da jedoch die Konjunkturentwicklung in Deutschland so positiv war, wurde die Gesetzesgrundlage für diese Förderinstrumente im Jahr 2012 abgeschafft – die sinkende Arbeitlosigkeit trägt hier also seinen bitteren Beigeschmack. Die Gehälter für die Stellen beim Ökolöwen mussten fortan selbst aufgetrieben werden. In den letzten zwei Jahren hat das auch funktioniert: Der Umweltbund finanzierte sich durch Spenden und Mitgliedsbeiträge. Doch jetzt reicht das Geld nicht mehr aus. In den Kassen des Vereins fehlen rund 100.000 Euro pro Jahr.

1000 neue Mitglieder bis Jahresende?!

Um weiter existieren zu können, muss sich der Ökolöwe Umweltbund Leipzig e.V. neue Finanzierungsmöglichkeiten suchen. Daher wird in der Öffentlichkeit jetzt verstärkt nach neuen Mitgliedern gesucht, die den Verein retten sollen. Mit der Kampagne "Ökolöwe retten" sollen bis Ende des Jahres 1000 neue Mitglieder geworben werden.

Wenn der Verein keinen Erfolg mit der Kampagne hat, müssen einige der Projekte wahrscheinlich beendet werden. Nico Singer, verantwortlich für die Mitglieder- und Spendenbetreuung, erklärt, was dann passiert:

„Mit dem Vorstand müssen wir dann spätestens im September, Oktober überlegen, mit welchen Projekten wir dann ab Januar weitermachen. Bis dahin reichen die Mittel und die Rücklagen aus.“

Doch es sieht gut aus: In den letzten fünf Jahren hat sich laut Singer die Mitgliederzahl vervierfacht. Und wenn die Kampagne "Ökolöwe retten" genau so viel Erfolg hat, stehen die Chancen gut, dass es doch noch zu einem guten Ende kommt.   

Moderator Jan Wiedemann im Gespräch mit Nico Singer vom Ökolöwe Umweltbund Leipzig e.V.
 
 

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