Filmrezension: Viral

Der Wurm drin

Die berühmte Horror-Schmiede von "Blumhouse" meldet sich zurück. Nach allerhand Geister-Grusel wird es jetzt etwas ekelhafter. Ab heute ist der Parasiten-Schocker "Viral" erhältlich.
Der Horrorfilm "Viral"
Das Virus verwandelt seine Opfer in Bestien

"Blumhouse Productions" ist berühmt für seine zahlreichen Horrorfilme, die jedes Jahr von dem Studio veröffentlicht werden. Die Filme kommen fast alle mit einem verhältnismäßig geringen Budget aus, sind aber meistens extrem erfolgreich an den Kinokassen. Zu den größten Erfolgen des Studios gehören beispielsweise die "The Purge"-Filme oder die "Paranormal Activity"-Reihe. Die Regisseure von Paranormal Activity 3 und 4, Henry Joost und Ariel Schulman melden sich nun zurück. Doch dieses Mal geht es keineswegs um unheimliche Poltergeister, sondern um ein tödliches Virus.

Mal wieder Quarantäne...

Die Schwestern Emma (Sofia Black D´Elia) und Stacey (Analeigh Tipton) leben in einer amerikanischen Kleinstadt. Die wird jedoch eines Tages wie aus heiterem Himmel plötzlich abgeriegelt und unter Quarantäne gestellt. Grund dafür ist der Ausbruch eines seltsamen Virus.

Die Warnungen nimmt zunächst niemand ernst, doch bald herrscht das pure Chaos. Das Virus lässt die Menschen zu aggressiven Bestien mutieren. Emma und Stacey verbarrikadieren sich zusammen mit Emmas Schwarm Evan (Travis Tope) in den eigenen vier Wänden. Schon bald müssen sie jedoch feststellen, dass auch sie nirgendwo mehr sicher sind...

Die Handlung von "Viral" hat man so natürlich schon unzählige Male gesehen. Dass man neue Aspekte zu sehen bekommt, sollte man lieber gar nicht erst erwarten. Doch man wird leider auch enttäuscht, wenn man lediglich einen spannenden Horrorfilm sehen will.

Würmer oder Zombies?

Dabei fängt Viral eigentlich vielversprechend an. Die Hauptfiguren sind durchaus sympathisch und der Film lässt sich viel Zeit, um die Probleme der beiden Teenager in deren Familie zu beleuchten. Wenn dann jedoch der Horror ins Spiel kommt, wird Viral von Minute zu Minute uninteressanter.

Man muss lobend anmerken, dass einige Ekeleffekte durchaus ihre Wirkung erzielen. Wenn riesige Würmer hinterm Auge entlangkriechen, dürfte der ein oder andere den Blick vom Bildschirm abwenden. Leider verpasst es der Film gnadenlos, eine für einen Horrorfilm so wichtige Atmosphäre aufzubauen. Die Bilder wirken wie auf Hochglanz poliert und Viral entscheidet sich einfach nicht, was er dem Zuschauer erzählen will. Will er den Zombie-Touch der Geschichte ausbauen? Will er sich lieber auf den ekligen Parasiten-Horror beschränken? Will er das moralische Dilemma der Figuren vertiefen?

Viral versucht dann, all diese Aspekte in einen Topf zu werfen. Am Ende ist ein Film dabei herausgekommen, der anfangs viel Potenzial erkennen lässt, aber außer ein bis zwei Ekelszenen und plötzliche Schreckmomente kaum Spannung zu bieten hat. Schade eigentlich. Ein klassischer Körperhorrorfilm wäre mal wieder eine gelungene Abwechslung zu den unzähligen Spukhäusern und verfluchten Puppen gewesen, die es sonst das ganze Jahr über im Kino zu sehen gibt.

 

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Janick Nolting
23.07.2017 - 17:19
  Kultur

Viral:

FSK: 16

Laufzeit: ca. 85 Minuten

ab 21.7.2017 auf Blu Ray und DVD erhältlich.