Entrepreneurship und Selbstständigkeit

Der Weg in die Selbstbestimmung

Jedem ist die Fähigkeit der Gestaltung und Schaffens angeboren. Sie zu kanalisieren und sich selbstständig zu machen, ist die Essenz des Entrepreneurships. Mitch Senf, Social Entrepreneur, gibt Tipps und Einblicke in die Welt des Entrepreneurships.
altes Straßenschild mit Aufschrift "One Way"
Es gibt nur eine Richtung - die Selbstständigkeit

Selbstbestimmt durch das Leben 

Sich selbstständig machen, ein Unternehmen gründen und auf eigenen Füßen stehen. Ein Szenario, was bei den einen Herzrasen, Adrenalinschübe und Aufregung auslöst, bei den anderen dann doch eher das Bedürfnis die nächste Höhle zum Verstecken zu suchen. Der Gedanke an die Selbstständigkeit kann auf viele Menschen sehr abschreckend wirken und Zweifel hervorrufen. Allen voran, ob man überhaupt das Zeug dazu hat, welche Schritte man gehen muss und wie schnell man das ganze Unternehmen in den Sand setzen könnte.

Mitch Senf, Social Entrepreneur und mehrfacher Unternehmensgründer aus Leipzig, gibt im Gespräch Antworten darauf, was sich tatsächlich hinter der Selbstständigkeit verbirgt, ob ein Jeder für sie geeignet ist und welche Schritte man letztendlich gehen sollte.

Der Weg ist das Ziel

Herr Senf beschäftigt sich mittlerweile seit ungefähr 20 Jahren mit der Potenzialentfaltung. Er hilft jungen Leuten dabei ihr Element zu finden, in dem sie und ihre Fähigkeiten sich am besten entwickeln können. Sein eigener Weg in die Selbstbestimmung begann mit dem Geben von Breakdance-Workshops. Er entdeckte, dass es sein tiefster Wunsch sei, anderen zu helfen ihre Bestimmung zu finden und ihr wahres Potential zu entfalten, fernab jeder Fremdbestimmung und gesellschaftlichen Zwängen. Daraus heraus entwickelte er gemeinsam mit Marcell Heinrich das Unternehmen hero society. 2020 schrieb er zudem zusammen mit Gerald Hüther und Marcell Heinrich den Bestseller #Education For Future: Bildung für ein gelingendes Leben. Zu Beginn diesen Jahres gründete er zudem sein zweites Unternehmen flowplace, mit dem er seine Mission anderen zu helfen ihr Potenzial zu entdecken, in die Unternehmenswelt brachte.

Eine Fülle an Möglichkeiten – Segen und Fluch zugleich

Es war nie leichter als heute den eigenen Weg zu gehen. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten.

Mitch Senf, Social Entrepreneur

Der erste Schritt in die Richtung der Selbstständigkeit wäre wohl das Bewusstsein darüber, was man wirklich will. Wenn man weiß, was man will, weiß man, wie man danach suchen muss. Allerdings ist das auch das Problem. Denn ebendiese Fülle an Möglichkeiten vermag es einen zu erschlagen. Man weiß nicht genau wie man sich entscheiden soll, was man will und ob man letztendlich vielleicht sogar die falsche Entscheidung trifft. Dahinter verbirgt sich auch das Grundproblem in unserer Gesellschaft: die Orientierungslosigkeit. Zu dieser Orientierungslosigkeit trägt unter anderem das Schulsystem bei, indem bestimmte Interessen nicht weiter gefördert werden und die jungen Menschen immer mehr durch Fremdbestimmung geleitet werden. Das wiederum führt schlussendlich dazu, dass man nach Schulabschluss weder weiß wer man ist noch was man will. Auch der gesellschaftliche Druck und die Angst vorm Scheitern trägt zu einem Zögern vor der Selbstständigkeit bei.

Nun ist es jedoch so, dass jedem die Fähigkeit der Gestaltung und Schöpfung angeboren ist. Demnach ist auch das Bedürfnis etwas zu gestalten, in jedem Menschen tief verankert. Es ist sozusagen ein Grundbedürfnis nach der Autonomie und Freiheit zu streben. Zwar wird das Bedürfnis uns über die Erziehung und das Bildungssystem größtenteils abtrainiert, allerdings kann man den Gestaltungsaspekt wiedererwecken – und damit den Weg in die Selbstständigkeit gehen.

Herr Senf rät zum einen, zu Potenzialentfaltungsgemeinschaften zu gehen oder sich zumindest mit einem Umfeld zu umgeben, dass einen unterstützt und gleichgesinnt ist. Zudem sollte man sich darüber im Klaren sein, was man erschaffen will, was einen interessiert und was in der eigenen Natur liegt.

Das Thema zu finden ist die Hauptaufgabe, wenn es um Entrepreneurship geht.

Mitch Senf, Social Entrepreneur

Dabei gilt es viele Sachen auszuprobieren, Praktika zu machen, ins Ausland zu gehen und im Endeffekt Erfahrungen sammeln. Außerdem solle man den Aspekt, ob man Geld verdienen könne, erstmal außen vor lassen und lediglich Erfahrung sammeln und das tun, was sich gut anfühle, schlägt Herr Senf vor.

Es gehe nicht einmal direkt darum ein Geschäftsmodell vor Augen zu haben, sondern seinen Emotionen und dem "Flow" zu folgen, teilt Herr Senf mit. Aus dem Grund sollte man sich im Prozess der Selbstentwicklung und während der Unternehmensgründung konsequent fragen, ob das, was man tut, einem Energie raubt, sich richtig anfühlt und mit der eigenen Person im Einklang ist. Denn die Quintessenz der Unternehmensgründung und Selbstständigkeit ist es das zu finden und auszuüben, was viel mit der eigenen Persönlichkeit zu tun hat. Man sollte versuchen den eigenen Charakter, das eigene Potenzial, mit der Tätigkeit in Einklang zu bringen. Dabei kann man sich besonders gut beim Ikigai-Modell orientieren. Ein japanische Konzept, um die eigene Berufung zu finden.

Ikigai Modell
Ikigai - das japanische Konzept, um die eigene Bestimmung zu finden

Wann sollte man es wagen?

Es ist nie zu spät, aber es wird einfach schwieriger, da äußere Zwänge immer mehr eine Rolle spielen.

Mitch Senf, Social Entrepreneur

Prinzipiell ist es nie zu spät, um den Weg in die Selbstständigkeit zu gehen. Allerdings sei es sinnvoller sich schon in jungen Jahren der Selbstständigkeit zu widmen. Gerade im Alter von 15-30 Jahren habe man besonders viel Zeit und sei noch nicht so stark durch äußerliche Zwänge, wie beispielsweise eine Familiengründung oder Abbezahlen eines Hause, eingeschränkt. Diese Zeit eigne sich sehr gut, um den Schritt in die eigene Unternehmensgründung zu wagen, ermutigt Herr Senf. Zudem mache es die Digitalisierung so günstig wie noch nie und schon mit wenig Kapital könne man sein Unternehmen anmelden. Dabei kann man sich Online-Tools wie die Werbung über Social Media, Programme für die Erstellung einer Website oder auch beispielsweise ASANA, ein Projektmanagement-Tool zu Nutze machen. Genrell findet man heutzutage alles, was man braucht und wissen muss, grundsätzlich im Netz.

Zusammenfassend kann Mitch Senf sagen, dass Unternehmer zu sein, das Tollste sei, was es gebe. Denn sich mit Problemen zu beschäftigen und diese zu lösen, sei es ein Unternehmer und Entrepreneur zu sein, und das, so Herr Senf, sei zutiefst menschlich.

 

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