m19 auf der Suche nach dem Glück

"Der Mensch will glücklich sein"

Familie, Beruf, Schokolade – all das kann glücklich machen. Doch was ist Glück eigentlich und wie wird man glücklich? M19 hat sich auf die Suche gemacht und unterschiedliche Antworten gefunden.
Marienkäfer und vierblättrige Kleeblätter sind nur zwei von vielen Glückssymbolen.

„Ein bisschen mit den Augen Gottes sehen“

Kann der Glaube vielleicht glücklich machen? Um das herauszufinden, ist die erste Station auf der Suche nach dem Glück die Peterskirche. Pfarrer Dohrn hat seinen Platz im Leben dort jedenfalls gefunden. Für ihn hängt der Beruf eines Menschen eng mit dessen Glück zusammen: „Die meisten Menschen tun etwas, weil sie einen Sinn darin sehen.“ Viele Menschen seien dann unglücklich, weil sie über keine konsequente Selbstbeschreibung verfügten. Die Hilfe eines Pfarrers oder des Glaubens könne dann sein, den Personen ihre Stärken aufzuzeigen und über schwierige Momente hinweg zu helfen. Die Kirche biete „Geschichten jenseits von Bonusmeilen, jenseits der Karriereleitern, was andere in der Gesellschaft mit ihren lustigen Werbefilmen nicht zu bieten haben.“ Glücksuchenden empfiehlt er, an ungewöhnliche Orte zu gehen, dort „kann was gehen.“

„Philosophie ist keine Lebensberatung"

Religion und Spiritualität sind aber nicht für jeden interessant.  Grundlegende und allgemeingültige Antworten hat vielleicht die Philosophie, denn die beschäftigt sich immerhin schon seit der Antike auch mit der Frage, wie Menschen glücklich werden können. Doch für Thomas Kater, Professor an der Universität Leipzig, beginnt das Problem schon vorher, nämlich bei dem Begriff „Glück“. Hier müsse man zwischen einem kurzfristigen erfreulichen Erlebnis und auf längere Sicht gesehenes Wohlbefinden unterscheiden.  Für Letzteres gebe es leider keine allgemeine Formel. Fest stehe lediglich: „Der Mensch kann nicht Nicht-Glücklichsein wollen. Aber am Ende wissen Sie selbst am besten, was gut für Sie ist.“

„Ich kann keine „Merci“ mehr sehen“

Die meisten Menschen brauchen zum Glücklichsein aber eines: gute soziale Beziehungen, besonders zur Familie. Kinder bedeuten für die meisten Eltern Glück. Direkt nach den Strapazen der Geburt seien die Mütter aber oft zu erschöpft, um sich wirklich zu freuen, sagt Hebamme Sandy Nordmann von der Uniklinik Leipzig. Sie erlebt fast täglich alle Gefühle von Freude und Stolz, aber auch Trauer, wenn es Komplikationen gibt. Sie beschreibt ihren Beruf daher als sehr emotional: „Jede Geburt ist anders, aber die Freude lässt nicht nach.“. Für die Hilfe während der Geburt und eventuell auch die Nachsorge bedanken sich manche Eltern mit Schokolade oder Präsentkörben. Ein bisschen von dem Glück kann die Hebamme also auch in materieller Form mit nach Hause nehmen. Ihr Rat zum Glücklichsein: „sich an kleinen Sachen erfreuen und nicht immer auf den Nachbarn sehen, was der alles hat.“

 

Wenn Sie wissen möchten, was an Trauerreden glücklich machen kann, wie viel Moral und Glück miteinander zu tun haben und ob die Arbeit einer Hebamme nicht irgendwann zur Routine wird, können Sie das komplette Interview hier nachhören.
 

Kommentieren

Christine Warnecke
29.01.2014 - 17:35