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Der Lebensweg einer Frau

Im Leben einer Frau gibt es viele Herausforderungen und Regelungen, die über Hürden hinweghelfen sollen. Einige davon begleiten Ella, eine fiktive Frau, auf ihrem Lebensweg.
Frauenfigur

Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Mädchens, das heute geboren wird, liegt bei 83,1 Jahren. In einem langen Leben kann viel passieren. Und der Lebensweg einer Frau birgt auch die eine oder andere Hürde oder Frage. Einige davon meistert auch Ella. Sie ist als Person frei erfunden, könnte aber so existieren. Natürlich sind die Stationen auf ihrem Lebensweg aber beispielhaft. Fast immer gibt es Ausnahmen und Regelungen, die im Einzelfall geprüft werden sollten.

Ins Leben unserer fiktiven Frau, nennen wir sie Ella, kommen wir kurz vor dem Mutterschutz. Was darf man eigentlich während des Mutterschutzes? Ist das wie Urlaub und wird man normal bezahlt?

Der Mutterschutz gilt insgesamt 14 Wochen, sechs Wochen vor der Geburt und acht Wochen danach. Vor der Geburt darf die Frau noch freiwillig arbeiten, nach der Geburt gilt ein Beschäftigungsverbot. Nach der Geburt können Eltern Elternzeit beantragen und Elterngeld beziehen. Das Elterngeld bekommen sie für maximal 14 Monate, wenn beide Elternteile je mindestens zwei Monate in Elternzeit gehen.

Katja Nebe ist Professorin für Arbeitsrecht an der Universität in Halle. Sie kritisiert, dass der Kündigungsschutz bei der Rückkehr in das Arbeitsverhältnis in Deutschland noch nicht genügend geregelt ist.

Also wir haben noch kein gesetzlich verbrieftes Recht, dass wenn ich aus der Elternzeit zurückkomme, dass ich nicht am Tag nach der Rückkehr dann eine Kündigung bekomme.

 

Ein Jahre später soll Luca, das Kind unserer fiktiven Frau, in die Kita kommen. Doch Ella und ihr Mann Max tun sich schwer, einen Kitaplatz zu finden.

Eigentlich gibt es in Deutschland Anspruch auf einen Kitaplatz. In Leipzig gibt es derzeit allerdings nicht genügend Plätze, um diesem Anspruch gerecht zu werden. Erst im Mai dieses Jahres standen deshalb hunderte Menschen im Süden Leipzigs für einen Kitaplatz an. Im Oktober 2016 hatte der Bundesgerichtshof drei Frauen aus Leipzig Recht gegeben. Sie hatten geklagt, weil sie keinen Kitaplatz für ihre Kinder gefunden hatten. Falls die Kommune die fehlenden Plätze wirklich zu verschulden hatte, muss sie für den entgangenen Gewinn aufkommen - das muss aber erst noch geklärt werden.

Wieder sind einige Jahre vergangen. Die Zeit war anstrengend und Ella und Max sehen keine gemeinsame Zukunft mehr. Finanziell bleiben wichtige Fragen offen - zum Beispiel wer für den Unterhalt von Luca aufkommen muss.

Grundsätzlich ist der Elternteil, der nicht (mehr) mit der Familie zusammenlebt, zur Zahlung von Unterhalt verpflichtet. Wenn der-/diejenige nicht zahlen kann oder will, sollten sich Eltern so schnell wie möglich an das Jugendamt wenden, denn das muss zunäcsht einen Vorschuss zahlen, um den laufenden Lebensunterhalt des Kindes zu sichern. Im Extremfall kann auf anwaltliche Hilfe und eine Klage auf Unterhaltszahlung zurückgegriffen werden.

Wieder vergehen Jahre und wir treffen Ella als alte Frau wieder. Luca hat mittlerweile selbst zwei Kinder und Ella ist stolze Oma. Manchmal würde sie ihren Enkeln gern mehr bieten können, aber sie muss sehr auf ihr Geld achten. Trotz mehrerer Renten bleibt am Ende des Monats oft nicht viel Geld übrig.

Die Rente wird in Deutschland über sogenannte „Rentenpunkte“ berechnet. Wer lange zuhause war, um die Kinder zu betreuen, hat oft jahrelang nicht in die Rentenkasse einbezahlt. Die "Mütterrente" versucht diese Nachteile teilweise auszugleichen. Eltern (auch Väter), die zuhause geblieben sind, um für die Kinder zu sorgen, bekommen bis zu drei Rentenpunkte gutgeschrieben.

Den fiktiven Lebensweg von Ella könne Sie auch nachhören: 

Ein Beitrag von mephisto 97.6 Redakteurin Angela Kreß.
 
 

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