Wirtschaft

Der Kampf um die Preise wird härter

Ein Preiskampf wie seit Jahren nicht mehr zieht durch die Regale deutscher Discounter. Egal ob beim generellen Streit über No-Name Produkte oder konkret bei Kaffee, Milch und Müsli. Nun ist der Eierpreis um 23 Prozent gesunken - mit riesigen Folgen.

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Der deutsche Lebensmittelhandel hat feste Strukturen und so werden 90 Prozent des Marktanteils von fünf Konzernen getragen. Doch hat sich seit letztem Herbst einiges geändert. Denn die Metro-Tochter Real macht den gestandenen Discountern bei No-Name-Produkten Konkurrenz: Schlicht, unbekannt und Hauptsache billig. Eine Kampfansage, die nicht ungehört bleibt. Als erstes hat Aldi reagiert und den Eierpreis um ganze 23 Prozent gesenkt. Ein gefährliches Unterfangen, findet Bernd Süßmuth von der Universität Leipzig. Schließlich sei das Geschäft von Absprachen bestimmt, über die Aldi sich nun hinweg gesetzt hat. Zwar könne sich das Unternehmen eine solche Aktion aufgrund seiner Marktanteile leisten, auf Dauer aber berge das ein Risiko.

Der Preisdruck wird weitergegeben

Die Preissenkung zieht Kunden in die Filialen. Deshalb ließ die Reaktion anderer Konzerne auch nicht lange auf sich warten. Der Eierpreis ist in den letzten Wochen drastisch gesunken. Das hat aber nicht nur Folgen für die Discounter, sondern auch für die Erzeuger. Derzeit könne man mit Eiern kein Geld mehr verdienen, sagt Günther Drobisch vom sächsischen Geflügelwirtschaftsverband. Das liegt auch an der derzeitigen Überproduktion, die auf den Eierpreis drückt. Gefördert wird die unter anderem auch dadurch, dass der Herkunftsnachweis nur bei frischen Eiern gesetzlich vorgeschrieben ist. Allerdings machen die nur etwa die Hälfte der Nachfrage aus. Die anderen 50 Prozent sind in Produkten wie etwa Nudeln weiterverarbeitet - allerdings nicht deklariert. Somit wird hier auch immer wieder auf Angebote aus dem Ausland zurückgegriffen.

Eier bald wieder teurer

Wird der Eierpreis nicht bald wieder anziehen, hat das enorme Auswirkungen für die sächsischen Produktionsbetriebe. Schließlich haben viele Unternehmen sich bereits mit der gesetzlich vorgeschriebenen Umstellung von Käfig- auf Bodenhaltung im Jahr 2010 verschuldet. Jetzt müssen sie um ihr Fortbestehen bangen. Der Wirtschaftswissenschaftler Bernd Süßmuth sieht der Zukunft positiv entgegen. Er ist sich sicher, dass die Preise bald wieder anziehen werden. Schließlich müssten die herkömmlichen Preisabsprachen zwischen den Dicountern wieder aufgenommen werden. Nur so hoch wie im letzten Jahr wird der Preis wohl erst einmal nicht mehr werden.

 

Die Folgen der sinkenden Eierpreise sind zahlreich – und eine Existenzbedrohung. Anna Vogel stellt Gründe und Folgen vor.
 

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