Naturschutz

Der Eisvogel lässt sich Zeit

Der Eisvogel hält sich nicht an Termine. Die Sperrfrist für den Floßkanal im Leipziger Auwald wurde nun bis zum 5. September verlängert, da der unter Naturschutz stehende Vogel das Brüten noch nicht abgeschlossen hat.
Ein blau-orange gefiederter Vogel sitzt auf einem Ast.
Der Eisvogel ist eine streng geschützte Art

War er im letzten Jahr sogar schon eher fertig, lässt sich der Eisvogel in diesem Jahr mit seiner Brut etwas mehr Zeit. Der Vogel, der zu den streng geschützten Brutvogelarten zählt, zeugt seinen Nachwuchs im Umfeld des Floßgrabens im Leipziger Auwald. Bis die Sprösslinge das Nest verlassen, ist dieser deshalb für Wasserfahrzeuge nur begrenzt nutzbar. Die ursprünglich bis 15. August geplante Einschränkung wurde nun bis zum 5. September verlängert, da eine Störung des Brutverhaltens durch Wasserverkehr eine Straftat ist, erklärt die Leiterin des Amts für Umweltschutz Angelika von FritschNach den letzten Beobachtungen durch das Amt am Wochenende sind die Jungen der zweiten Brut noch nicht ausgeflogen.

Die Einschränkungen

Motorisierte Boote dürfen während der Brutzeit die Verbindung zwischen dem Cospudener See und Stadt überhaupt nicht befahren, Kajaks und Kanus dürfen nur zu bestimmten Zeiten die Wasserstraße nutzen. Das Befahren ist für die Paddler täglich nur zwischen 11 und 13 Uhr sowie in der Zeit von 16 bis 18 uhr erlaubt. Für den Rest des Tages ist es verboten, mit jeglichem Wasserfahrzeug den Floßgraben zu passieren. Trotzdem gibt es immer wieder Wassersportler, die gegen die Vorschriften verstoßen und die Warnschilder missachten. 

Die Umsiedlung

Der Plan, die Brutstätten des Eisvogels im Leipziger Gewässersystem umzusiedeln, besteht nach wie vor, so von Fritsch. Die Vorschläge dazu müssen jedoch erst intern abgestimmt und bewertet werden. Anschließend müssen die entsprechenden Anträge gestellt werden. Sollte dieser Plan in die Tat umgesetzt werden, wird bis dahin noch viel Zeit vergehen. Dieses Vorhaben wird aber auch von vielen Seiten kritisiert.

Keine erneute Verlängerung

Noch mal wird die Frist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht verlängert werden, da eine dritte Brut nicht anzunehmen ist. Dann dürfen Wasserfahrzeuge aller Art den Floßgraben wieder befahren. 

Angelika von Fritsch, Leiterin des Amtes für Umweltschutz, im Interview mit Florian Zinner
 
 

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Peggy Strauchmann
15.08.2014 - 19:43