Freiheits- und Einheitsdenkmal

„Den Ereignissen von '89 unangemessen"

Dass das Freiheits- und Einheitsdenkmal nicht wie vorgesehen zum 25. Jubiläum der Friedlichen Revolution eingeweiht werden wird, war bereits absehbar. Nun werden Forderungen laut, das Projekt ganz zu kippen.
Wie soll das Freiheits- und Einheitsdenkmal aussehen? Zündstoff für eine scheinbar niemals enden wollende Diskussion.

Bert Sander von der Wählervereinigung Leipzig fordert, das Bauprojekt um das Freiheits- und Einheitsdenkmal zu stoppen. Grund dafür sei nicht nur das Gerichtsurteil, das zuletzt ein neues Vergabeverfahren für das Projekt vorgeschrieben hatte. Vielmehr sei der vorgesehene Standort des Denkmals – der Wilhelm-Leuschner-Platz – unangemessen, die bisher gemachten Entwürfe fänden in der Bevölkerung keine Mehrheit. Sander schlägt vor, in 25 Jahren noch einmal über das Freiheits- und Einheitsdenkmal nachzudenken.

 

Bisher wurden für das Projekt 350.000 Euro ausgegeben, insgesamt fördern Bund und Land das Projekt mit 6,5 Millionen Euro. Dass dieses Geld zu einem späteren Zeitpunkt noch zur Verfügung stehen würde, wagt Sander zu bezweifeln. Dennoch mahnt er: „Wir sollten nicht nur aufs Geld gucken, das ist den Ereignissen von '89 nicht angemessen. Wir sollten das Denkmal daher nicht einfach so durchpeitschen.“ 

Moderator Mike Herbstreuth im Gespräch mit Bert Sander
 

Unterstützung bei den Stadtratsfraktionen

Unterstützt wird die Wählervereinigung Leipzig von den Stadtratsfraktionen der Grünen. Ratsmitglied Ingo Sasama von den Grünen fürchtet, durch die jetzige Situation könnte der Stadt ein Imageschaden zugefügt werden: „Ganz Deutschland macht sich lustig darüber, dass die Stadt es nicht auf die Reihe kriegt, zusammen mit den Bürgern ein Denkmal zu entwickeln und allgemein akzeptiert das auch zu bauen.“

 

Auch die anderen Fraktionen im Stadtrat sehen die Situation um das Denkmal kritisch. Axel Dyck (SPD) bezeichnete das Verfahren als gescheitert. Wenn Richter über ein solches Projekt entscheiden, dann habe das nichts mit Freiheit zu tun, so Dyck. Die Linken hatten im Vorfeld einen Antrag in den Stadtrat eingebracht, der einen Bürgerentscheid zum Denkmal forderte und über den in der nächsten Stadtratssitzung diskutiert werden soll. Mehr Bürgerbeteiligung forderte außerdem die FDP.

Welche Rolle spielt OB Jung in der Diskussion?

Ingo Sasama von den Grünen glaubt, dass der Antrag, das Projekt abzubrechen, gar nicht im Stadtrat entschieden werden wird. Stattdessen hält er es für wahrscheinlich, dass Oberbürgermeister Burkhard Jung das Verfahren selbst beenden wird, weil eine große Mehrheit im Stadtrat eine ähnliche Sicht auf das Thema habe. 

 

Wie geht es weiter mit dem Einheits- und Freiheitsdenkmal? Moderatorin Susanne Kraft im Gespräch mit Redakteurin Verena Ritter
Aktuelles E- und Fdenkmal
 

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