Gespräche auf dem Roten Sofa

Das Unmögliche in Worte fassen

Es gibt sie in der Physik, der Medizin und den Sozialwissenschaften – kaum ein Fachbereich muss heutzutage noch ohne Theorien auskommen. Das thematisiert der Historiker und Kulturwissenschaftler Philipp Felsch in "Der lange Sommer der Theorie".
Philipp Felsch (links) auf dem Roten Sofa mit mephisto 97.6-Redakteur Konstantin Kumpfmöller.

Das Sachbuch "Der lange Sommer der Theorie. Geschichte einer Revolte. 1960 – 1990" von Philipp Felsch erzählt von 30 Jahren Theoriebegeisterung in der Bundesrepublik. Es handelt von einer Zeit, in der schwierige Texte zu Bestsellern wurden. Theorie und der Diskurs darüber wurden zu einem Massenphänomen – und Autoren wie Theodor W. Adorno, Walter Benjamin, Louis Althusse und Gilles Deleuze wurden zu Helden ganzer Lesergenerationen.

Aus dieser theoriebegeisterten Szene entstanden Lesezirkel, politische Gruppe und Verlage. In "Der lange Sommer der Theorie" geht es um politische und philosophische Theorien im 20. Jahrhundert. Philipp Felsch begleitet die Entwicklung des Berliner Merve-Verlages, ein Verlag, der bis heute durch seine innovativen Autoren und markantes Buchdesign bekannt ist und exemplarisch für linke Ideengeschichte in Deutschland steht.

Philipp Felsch sprach mit uns über sein Buch, revolutionäre Theorien und den Anfang einer neuen Theoriegeschichte.

 

mephisto 97.6-Redakteur Konstantin Kumpfmöller im Gespräch mit Philipp Felsch
 
 

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Elisa Marie Rinne
13.03.2015 - 17:28
  Kultur

Philipp Felsch wurde 1972 in Göttingen geboren. In Freiburg, Köln, Bologna und Berln studierte er Geschichte und Philosophie. Nach Stipendien in Berlin und Wien promovierte er 2006 an der Universität Zürich mit einer Arbeit über physiologische Alpenreisen im 19. Jahrhundert. Im selben Jahr begleitete er die Ausstellung "Berge, eine unverständliche Leidenschaft" in Innsbruck.

Bis 2011 war Philipp Felsch wissenschaftlicher Mitarbeiter an der ETH Zürich. Zurück nach Berlin kam er vor vier Jahren und ist dort Juniorprofessor für Geschichte und Humanwissenschaften am Institut für Kulturwissenschaften der Humboldt Universität zu Berlin.

Seine Forschungsschwerpunkte sind die Wissenschaftsgeschichte der Alpen und die Geschichte der Kartografie vor allem im 19. Jahrhundert sowie die Geschichte der Theorie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.