Die Kolumne

Das Schweigen der Fische

Die Kolumne. Immer freitags und immer mit den guten Fragen der Woche. Diesmal: Lukas Raschke über tote Haustiere, Anti-Christen und nichts Wichtiges.
Kolumne, Symbolbild, Redaktion
Was ist diese Woche passiert? Unsere Kolumnisten und Kolumnistinnen haben sogar Antworten, wenn sie gar nicht gefragt werden.

Die Kolumne zum Nachhören:

Das Schweigen der Fische - die Kolumne von Lukas Raschke
Das Schweigen der Fische - die Kolumne von Lukas Raschke

Am Sonntag öffnet die Fischwelt Leipzig! Dort gibt es aber leider kaum Fische, vielmehr soll das Ganze ein Informations- und Bildungszentrum werden. Du bist bestimmt bei der Eröffnung dabei, oder?

Du hattest mich schon bei „kaum Fische“. Mit solchen Erwartungskillern habe ich bis jetzt ganz gute Erfahrungen gemacht. Zum Beispiel als ich das erste Mal im Reudnitzer „Fischladen“ war und statt putzigen Fischen ein atemberaubend schönes Bier bekommen habe. Aus solchen Erfolgen lernt man jedenfalls. Deswegen wollte ich mich eigentlich nicht mehr über Einrichtungen, die ich besuchen will, informieren. Muss ich jetzt deinetwegen aber doch, sonst weiß ja keiner, wovon ich hier rede - mich eingeschlossen.

Na dann, schauen wir uns das mal an: Die Fischwelt in Leipzig – ein Bildungs- und Informationszentrum für heimische Gewässer und deren Bewohner. Aufklärung für Fische halte ich in der Tat für sehr wichtig! Ich hatte mal einen soziopathischen Goldfisch, der nach und nach alle anderen Tiere im Aquarium getötet hat. Aus Mangel an veterinärmedizinischem Fachwissen waren mir die Hände gebunden und ich musste das Massaker tatenlos mitansehen. Möge die Leipziger Fischwelt meinen Horizont erweitern und die Beziehung Fisch und Mensch auf eine neue Ebene heben. Vielleicht kann ich mir dann auch mal wieder ein Aquarium kaufen, ohne gleich den nächsten Fischgenozid zu befürchten.

Der Kirchentag ist falsch kalkuliert wurden. Statt der erwarteten 50.000 kamen Ende Mai nur rund 15.000 Besucher. Du wirst neuer Organisator der Kirchentage: Wie pimpst du diese lahme Kackveranstaltung wieder auf und sorgst dafür, dass das nächste Mal mehr Leute kommen?

Schritt 1: Umbenennen. Wo Kirche draufsteht, ist leider meistens auch Kirche drin. Das dürfte die meisten Menschen in Leipzig abschrecken, zumindest rein statistisch betrachtet. Fast 85 Prozent Nicht-Christen. Und ich gehe doch stark davon aus, dass sich die 25.000 Katholiken dieses okkulte Spektakel voller Konfessionsverräter auch nicht gefallen lassen. Da fällt mir ein, meine Mutter ist doch auch katholisch. Die hat zwar seit gefühlt 30 Jahren keine Kirche mehr von innen gesehen. Aber ich bin mir sicher, an diesem Wochenende ist sie mit Fackel und Mistgabel durch die Leipziger Innenstadt gezogen.

Unser Kolumnist und Meinungsmacher Lukas Raschke bei der Arbeit.
So sieht ein starker Meinungsmacher aus: Unser Kolumnist Lukas Raschke bei der Arbeit.

Schritt 2: Für jeden Bums Eintritt verlangen. Obwohl nur 15.000 Tickets verkauft wurden, waren die meisten Veranstaltungen im Freien nicht nur kostenlos, sondern auch ziemlich gut besucht. Hmmm… könnte es da einen Zusammenhang geben?

Schritt 3: Thomas de Maizière wieder ausladen. Einer der unbeliebtesten deutschen Politiker ist natürlich der Rausschmeißer schlechthin. Und kleiner Tipp: Jemand, der Afghanistan zum sicheren Herkunftsland erklärt, ist auch kein gutes Aushängeschild für das Christentum. Da hilft auch das C in CDU nicht viel.

Schritt 4: Das Depeche-Mode-Konzert verlegen. Ja, hier eine weitere schockierende Nachricht für alle enttäuschten Protestanten: Mit dem Verkehrschaos in der Leipziger Innenstadt hattet ihr leider herzlich wenig zu tun. Ich würde zwar nicht behaupten, dass euch Depeche Mode die Besucher abgegraben hat. Aber wenn ich die Wahl zwischen Jesus und „Personal Jesus“ hab… naja…

Schritt 5: Das Ganze nicht so wahnsinnig religiös aufziehen. Der allwöchentliche Terroranschlag gehört ja inzwischen zum guten Ton. Da hat der gemeine Christ wahrscheinlich schon den sehr gemeinen Salafist auf dem Kirchentag rumbomben sehen. Und bevor wir noch auf die Idee kommen, Religionen zueinander zu führen statt auszugrenzen… okay, das artet jetzt gleich wieder in Religionsbashing aus. Sorry!

Noch mehr Helene Fischer! Sie gibt im Juni 2018 ein weiteres Konzert in der Red-Bull-Arena. Damit spielt sie jetzt 7 Konzerte alleine in Leipzig. Wie viel Helene Fischer hält eine Stadt aus?

Ach du scheiße! Das sollten wir dringend verhindern. Am Ende wird RB Leipzig noch vorgeworfen ein Kommerzverein zu sein und… ach so, die tritt ja diesmal gar nicht in irgendeiner Halbzeitpause auf. Ja gut, dann ist es mir scheißegal.

 

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Lukas Raschke
09.06.2017 - 23:35