FG: King Gizzard & The Lizard Wizard

Das mikrotonale Abenteuer geht weiter

Mit der australischen Band King Gizzard & the Lizard Wizard wird es nie langweilig und das beweisen sie mal wieder mit ihrem nun 16. Studioalbum (!).
King Gizzard  The Lizard Wizard
King Gizzard & The Lizard Wizard

Während so manche Künstler*innen jahrelange Pausen zwischen Platten einlegen, scheinen die Australier, die in Melbourne ansässig sind, Alben aus den Ärmeln zu schütteln, ohne sie so klingen zu lassen. Und eins vorweg: sie sprengen mal wieder Genremuster. 

Stu Mackenzie wird als Kopf der Band gesehen und ist in dem neuen Album „K.G.“, welches am 20. November veröffentlicht wurde, mal wieder für alle zehn Songs verantwortlich, indem er sie alle geschrieben hat. Dabei wandeln sie zwischen Indie Rock, Psychedelic, Alternative Rock und Pop umher und scheuen sich auch in dieser Platte nicht davor sich in mikrotonaler Musik auszuprobieren. Zum Glück! Denn den ersten Versuch wagten sie auf der gelungenen Platte „Flying microtonal Banana“ und manifestieren den Stil nun auf „K.G.“. Das neue Album wird als Weitererzählung der fliegenden mikrotonalen Banane gesehen und diese landet mit wehendem Wind im Intro „K.G.L.W.“. Das gibt uns damit den ultimativen Hinweis, welchen Stil sie diesmal anstimmen werden. „K.G.L.W.“ ist atmosphärisch und für das Album sehr dezent gehalten. Zu hören ist eine Flöte, eine Akustikgitarre, die spannend gespielt sind und Hörer*innen für die darauf folgendenden neun Songs teasern. 

Der Song „Automation“ sorgt dann für den Aufwach Moment und kommt mit einem Musikvideo, das von Fans gestaltet wurde. King Gizzard & the Lizard Wizard haben Fans Video Clips und Sound Schnipsel zur Verfügung gestellt und sie kreativ werden lassen. Der beste Clip wurde dann auch als offizieller Musikclip ausgewählt. Der akustische vierte. Song der Platte „Straws in the Wind“ ist mit fast sechs Minuten Songlänge das Herzstück von „K.G.“. Zu hören ist zur Abwechslung der Keyboarder Ambrose Kenny-Smith und der Bassist Cook Craig an einem Sitar. Visualisiert wurde der Song von Jason Galea und erinnert an einen „Twister“ Klassiker. Der wohl groovigste und lebendigste Song der Platte ist „Ontology“. Dieser ist energetisch und psychedelisch, wird mit großem Paukenschlag unterbrochen und ändert dann nochmal seine Erzählweise. Sollte ein Mensch noch nie von der australischen Band gehört haben, ist dieser Song perfekt geeignet, um sie vorzustellen. Und jetzt kommen wir zur Ambivalenz der Platte.Denn die größte Überraschung der Platte ist der Song „Intrasport“. Der Song spielt mit Acid und Synthsounds und ist im Vergleich zur restlichen Platte sehr poppig. Passend dazu gibt es ein trippy Musikvideo, in dem wir der Band beim Eskalieren in einem verrauchten Wohnzimmer zusehen können. 

Mit dem Stoner – Sludgigen Song „The Hungry Wolf of Fate“ wird das Album K.G. abgeschlossen. Der Sound des Songs erinnert an die Platte „Infest The Rats`Nest“ schwingt mit gewisser Melancholie aber genauso ambivalent wie der Rest von K.G. dahin und vergeht am Ende im Wind, so wie das Album bereits eingeleitet wurde. Damit wird das neue Projekt von King Gizzard & the Lizard Wizard abgerundet. 

Abschließend ist zu sagen, dass die Australier sich wieder ordentlich was einfallen lassen haben und diese Band voller Überraschungen steckt. Ihre Kreativität scheint grenzenlos zu sein: Nichts ist vorhersehbar, nicht mal die kommende Minute in einem Song. Das macht ihre Musik manchmal ein wenig sperrig und es bedarf ein wenig Zeit die Ambivalenz ihrer Musik zu greifen. Auch die Texte sind gewohnt gesellschaftskritisch und es ist zu hoffen, dass die Band so aktiv bleibt und für noch mehr Überraschungen sorgt. 

 

 

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King Gizzard and The Lizard Wizard: K.G.

Tracklist:
  1. K.G.L.W.
  2. Automation
  3. Minimum Brain Size
  4. Straws In The Wind *
  5. Some Of Us *
  6. Ontology *
  7. Intrasport
  8. Oddlife
  9. Honey *
  10. The Hungry Wolf Of Fate

* Anspieltipps

Erscheinungsdatum: 20.11.2020
KGLW