f/stop Festival 2016

Das Ende der Welt, wie wir sie kennen...

... ist sozusagen die Ausgangssituation einer jeden (Foto-)Reportage, so Jan Wenzel. Er ist einer der Kuratoren des f/stop Festivals für Fotografie, das dieses Jahr zum 7. Mal in Leipzig stattfindet und sich mit diesem Thema auseinandersetzt.
Titel des 7. f/stop Festivals
Titel des 7. f/stop Festivals für Fotografie im Eingang der Hauptausstellung

Gleich zu Beginn der Hauptausstellung in Halle 12 wird der Besucher mit dem Für und Wider der modernen Fotografie konfrontiert. Was bedeutet die Digitalisierung und die damit einhergehende Omnipräsenz der Bilder für unsere Wahrnehmung der Welt? Fotografien lassen den Betrachter teilhaben an Orten und Ereignissen, die er selbst nie mit eigenen Augen gesehen hat. Sie können ihn aber auch überfordern: In ihrer Anzahl, mit dem, was sie zeigen – aber auch mit dem, was sie vorenthalten.

Ausstellungsräume als "Landschaft"

Die Hauptausstellung „the end of the world as we know it ist der Beginn einer Welt, die wir nicht kennen“ zeigt verschiedene Formen des Berichtens. Von Werbe- über Pressefotografie bis hin zu privaten Aufnahmen. Kurator Wenzel spricht in seiner Führung davon, dass jeder der Ausstellungsräume als „Landschaft“ konzipiert sei, in der Bilder in Bezug zueinander gesetzt werden und die einen „Austausch der Bilder“ erlaubt. In der Führung wird nicht nur auf die Produktion der Bilder eingegangen, sondern auch auf ihre Rezeption und den Umgang mit ihnen.

Verschiedene Blickwinkel

Gezeigt werden in der Ausstellung unter anderem archäologische Arbeit in Verbindung mit Bildern, Beispiele journalistischer Berichterstattung und facebook-Timelines als Form von gegenwärtiger Kommunikation durch Bilder. An einer Wand wird der Weg einer syrischen Flüchtlingsfamilie über Istanbul nach Leipzig anhand von privaten Aufnahmen nachvollzogen, an einer anderen werden während des Ausstellungszeitraums Seiten aus aktuellen Zeitungen gesammelt.

Ausstellungsteil des f/stop Festivals 2016
„Zwei Zeiten in einem Bild“ (Wenzel): Teile der Arbeit „Palmyra“ (31. März 2016) von Joseph Eid, die Zerstörungen in durch den IS besetzten Gebieten zeigt

Bild: „Zwei Zeiten in einem Bild“ (Wenzel): Teile der Arbeit „Palmyra“ (31. März 2016) von Joseph Eid, die Zerstörungen in durch den IS besetzten Gebieten zeigt. 

Auch außerhalb der Ausstellungen setzten sich die Festivalteilnehmer in Workshops, Filmvorführungen und Symposien mit der Geschichte und aktuellen Formen der Reportage auseinander. Dabei liegt der Fokus nicht nur auf der künstlerischen Verwendung von Fotografie, auch der journalistische Alltag und Phänomene wie „citizen journalism“ werden diskutiert. Werden bestimme Handlungen nur begangen, um Bilder zu produzieren anstatt nur zu dokumentieren, was ist? Führt die Bilderflut in den Medien zu einer Abstumpfung des Publikums? Und was darf man überhaupt zeigen? Diese und andere Fragen kamen z.B. am ersten Festivalwochenende in einer Podiumsdiskussion zur Sprache.

Ausstellungsteil des f/stop Festivals 2016

Details zum f/stop Festival 2016 und die Eindrücke unserer Redakteurin hören Sie hier: 

Kaja Weber besuchte für mephisto 97.6 das f/stop Festival.
 

 

 

Kommentare

schön das es das festival gibt und gut das gerda taro wenisgtens auf diese weise eine würdigung erhält. als gegenpart zu den aktuelle nationalen tendenzen wäre sie es wert eine eigene austellung gerade in leipzig zu bekommen!

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Das f/stop gibt es seit 2007 in Leipzig. Nach einer Neuauflage wird es seit 2012 alle zwei Jahre in der Baumwollspinnerei veranstaltet.

Dieses Jahr findet das Festival für Fotografie vom 25.06. bis zum 03.07 wie gewohnt in der Spinnerei statt.

Weitere Informationen sind auf der Homepage des Festivals zu finden.