CD der Woche

"Courage. It's A Feeling Like No Other"

Villagers Frontmann Conor J. O'Brien hat sich in sein Schlafzimmer zurückgezogen und ist mit einem neuen Album herausgekommen. "Darling Arithmetic" ist ein sehr persönliche und intime Platte geworden.
Der Villagers Sänger Conor J. O'Brien besinnt sich wieder mehr auf sich.
Der Villagers Sänger Conor J. O'Brien besinnt sich wieder mehr auf sich.

Mit ganz einfachen Gitarrenklängen und etwas sphärischen Keyboardtönen beginnt das mittlerweile dritte Studioalbum von Villagers. Gefühlvoller und einfacher Folk setzen die Stimmung für „Darling Arithmetic“ schon in der ersten Minuten. Es zeigt sich aber auch, die neue Platte ist ein gutes Stück anders als „Becoming a Jackal“ (2010) und „{Awayland}”(2013).

Einfachheit

"Darling Arithmetic" steckt nicht nur voller Gefühl, sondern geht auch sehr ins Private. Mit seinen neun Songs dauert die Platte nur 36 Minuten. Das ist zwar nicht besonders lang, aber Zeit genug, um in die sehr persönliche und intime Musikwelt von Frontmann und Songschreiber Conor O’Brien einzutauchen. Ein richtiges Konzept für „Darling Arithmetic“ hatte O’Brien nicht, nur den Anspruch, dass es aus einfachen Songs mit Emotionen bestehen soll. Den namensgebenden Song für „Darling Arithmetic“, hatte O’Brien schon geschrieben, während noch an „{Awayland}” gearbeitet wurde. Allerdings war schnell klar, dass dieser Song auf eine extra Platte muss. Die Lyrics sind aus der Ich-Perspektive geschrieben: ganz schön persönlich und intim. Es geht um die Liebe, passend zum Frühling also?
 

Love-Gone-Wrong

Die Songs auf „Darling Arithmetic“ sind in O‘Briens Zuhause in dem irischen Küstenstädtchen Malahide entstanden. Der Vorort zählt zwar noch in den Vorortraum von Dublin, ist aber weit genug weg vom Trubel der Großstadt. Eine gute Voraussetzung, um genau solche Songs zu schreiben, wie sie auf „Darling Arithmetic“ zu finden sind. Die Britische Zeitung „The Guardian“ beschreibt sie als „love-gone-wrong-songs“. Und da ist wohl auch was dran, denn wirklich fröhlich sind die Lieder nicht geworden. Die Stimmung von Album-Opener „Courage“ bestimmt auch die Platte.

Villagers - Courage

Ja, es sind viele Lieder über Liebe und zwar egal zwischen welchen Geschlechtern. Auch wenn O’Brien offen homosexuell lebt, sprechen seine Songs von der Liebe im universellen Sinn. Trotzdem: „Darling Arithmetic“ ist, die erste Platte auf der er über Homophonie und Sexualität singt („Little Bigot“, „Hot Scary Summer“). In „Hot Scary Summer“ geht es um das Gefühl am Ende einer Beziehung. O‘Brien besingt und bedankt sich für die Zeit und Mühen, die da hineingesteckt wurden. Andere Songs wie „No One to Blame“, „Everything I Am Is Yours“ oder „The Soul Serene“ werden begleitet von einer positiv einlullenden Melodie. Musikalisch sind die Lieder nicht besonders abwechslungsreich, aber einige heben sich durch komplexere Harmonien ab, so zum Beispiel „Little Bigot“ oder namensgebende Song "Darling Arithmetic".

Fazit

Ganz simpel und vorhersehbar ist „Darling Arithmetic“ eben doch nicht geworden, auch wenn die Liebe und viel Gefühl im Vordergrund stehen. Und auch wenn Conor O’Brien für sich entschieden hat, dass er bestimmt kein Rockstar ist, zeigt das nicht nur, dass er am Boden bleibt, sondern auch seine Musik für das sieht was sie ist: einfacher und einlullender Indie Folk. Außerdem: die Musik von Villagers passt besser in kleine Venues. Das ist auch gut so, denn große Bühnen mag O'Brien sowieso nicht besonders.



 

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Simone Voit
12.04.2015 - 20:19
  Kultur

Villagers: Darling Arithmetic

Tracklist:

1. Courage     
2. Everything I Am Is Yours     
3. Dawning On Me 
4. Hot Scary Summer
5. The Soul Serene 
6. Darling Arithmetic 
7. Little Bigot     
8. No One To Blame     
9. So Naïve     

Erscheinungsdatum: 10.04.2015
Domino Records