Maifeld Derby 2016

Coachella 2.0

Vom 03.06.-06.06 fand das Maifeld Derby in der Nähe von Mannheim statt. Hier spielten Bands wie Daughter, Explosions in the Sky, Die Nerven und Destroyer. Das kleine Festivalgelände war liebevoll bunt geschmückt und vor dem Wetter schützten 3 Zelte.
Hängematten und Stände
Das Gelände

Das Festivalgelände

In die Dekoration wurde auf jeden Fall sichtlich Arbeit gesteckt. Die Bäume auf dem gesamten Gelände sind geschmückt und Lampions an Schnüren aufgehängt. Der Ort des Geschehens ist eher klein und überschaubar, was durchaus von Vorteil ist, da man so nicht lange zwischen den Bühnen laufen muss und somit immer pünktlich zu Konzertbeginn da sein kann. Außerdem sind nicht nur die Bühnen selbst gegen drohende Unwetter geschützt, sondern auch drei der vier Bereiche, in denen man sich als Besucher aufhält. Zwei davon befinden sich in Zelten, die auch schon während der Anfahrt zum Gelände von Weitem sehen kann. Die dritte und kleinste Bühne - der sogenannte Parcours d'Amour- befindet sich auf der Rennbahn selbst und wenn man möchte, dann kann man auf der Tribüne sitzen, um sich das Konzert anzuschauen. 

Die Musik

Musikalisch ist das Maifeld Derby ein sehr gut und bunt durchmischtes Festival. Es sind sowohl sehr rockige Acts dabei, aber auch ruhigere Pop, Singer-Songwriter Musiker und Elektro Künstler sind diesmal aufgetreten. Spannend ist auch, dass sowohl deutsche als auch internationale Acts auftreten. Zu den Highlights unter den Headlinern zählen für mich definitiv Explosions In The Sky, die man unbedingt live sehen sollte, falls man die Chance dazu hat, und Daughter. Besonders erfreulich überraschend war allerdings, wieviele sehr spaßige Konzerte auch schon Mittags zu erleben waren. Gerade L'Aupair und die Blackberries haben überzeugt. Aber auch die noch eher unbekannte kanadische Band The Dead South, die musikalisch vom Genre des Bluegrass inspiriert sind, konnte viele Festivalbesucher von sich überzeugen. Obwohl sie den Sonntag des Maifeld Derby eröffneten und somit sicherlich viele noch ein wenig ausschlafen wollten, war es vor dem Parcours d'Armour voll, sowohl im Stehbereich als auch auf den Tribünen. Im Stehbereich wurde ausgelassen getanzt und ein Blick durch die Menge zeigte eindeutig: alle hatten Spaß. Ein weiteres Festival Highlight war der Auftritt der Band Okta Logue. Die kommen aus der Nähe des Veranstaltungsorts und gewinnen momentan merkbar an Bekanntheit. Leider wurde ihr Auftritt von dem Platzregen gestört, der Samstag Mittag über das Festivalgelände hereinbrach, doch viele begeisterte Zuhörer harrten trotzdem vor der Fackelbühne aus - anstatt sich wie manch andere in die benachbarten Zelte zu flüchten. Musikalisch sind alle Tage des Maifeld Derby sehr interessant besetzt und es ist für jeden Besucher auch sicherlich noch Neues dabei. Allerdings frage ich mich, wieso Explosions In The Sky am Samstag nicht den Abend beenden. Die gleiche Frage stellen sich wohl auch viele andere Festivalbesucher, denn nachdem die Band fertig ist, leert sich das Gelände sichtlich.

Das Publikum

ist genauso bunt gemischt, wie eigentlich alles auf diesem Festival. Vom Urban Outfitters Model bis hin zu Familien mit kleinen Kindern ist alles dabei. Einige denken wohl, es geht mehr um das Outfit als um die Musik, und wer an Strass-Steinchen für's Gesicht aber nicht an die Regenjacke denkt, der war vielleicht auch einfach vorher nie auf einem Festival - aber abgesehen von dem gelegentlich entstehenden Gefühl des "Sehens und Gesehen Werdens" ist die Atmosphäre im Publikum sehr nett und entspannt. Vor allem beachtlich ist, dass es entgegen der üblichen Festival Klischees nicht so wirkt, als würden die Leute zum Saufen statt für die Musik kommen. Im Gegenteil. Außerdem sieht man viele textsichere Menschen und das sogar bei Auftritten von noch unbekannten Bands, die Mittags auftreten.

Zusatzaktivitäten

Auch wenn Musik eindeutig im Vordergrund steht gibt es auf dem Festival weitere Erlebnis-Möglichkeiten. So kann man zum Beispiel eine Reise-Hängematte ausprobieren (und sogar kaufen, wenn man denn möchte) oder auch Lesungen besuchen. Das absolute Highlight unter den zusätzlichen Angeboten ist allerdings das Steckenpferd-Rennen. Hier können Besucher mit ihrem mitgebrachten Steckenpferd losreiten – auf der Rennbahn, die gleichzeitig das Festivalgelände ist!

Fazit

Das Maifeld Derby ist definitiv weiterzuempfehlen. Man findet sich auf dem Gelände super zurecht (auch wenn Schilder, die zu den Bühnen führen, durchaus hilfreich wären) und durch die geschmückten Bäume fühlt man sich direkt sehr wohl. Musikalisch ist es ein sehr spaßiges und schönes Festival, wenn man gerne neue Bands entdeckt und mit Musikrichtungen wie Post-Rock und Psychedelic Pop/Rock etwas anfangen kann. Außerdem hilft es definitiv, dass es überdachte Bereiche für die Zuschauer gibt, denn so kann man das Festival sogar trocken überstehen, wenn man gewillt ist, dafür die ein oder andere Band auf der Fackelbühne zu verpassen.

 

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