Silvesterfilme

Bye-bye, Partyzwang!

„Ich hasse Silvester! Ich finde es grauenhaft. Am 31. Dezember mache ich nie was“, sagt Mode-Guru Karl Lagerfeld. Mit seiner Meinung steht er ganz sicher nicht alleine da. Der Tipp unserer Redakteurin: Filme gucken statt schlechte Partys besuchen!
Schnaps- und Sektflaschen in Blumenkübel
Absturz zu Silvester, Kater an Neujahr? Unangenehm! Lieber mit DVDs und Süßigkeiten auf dem Sofa durchmachen.

1. Der Klassiker der Klassiker

„Dinner for One“ oder „Der 90. Geburtstag“ (1963) kann man sich ruhig jedes Jahr gönnen. Der Kult-Sketch handelt vom 90. Geburtstag von Miss Sophie, deren gesamten Freunde bereits tot sind und die nun durch den Butler ersetzt werden müssen. Das Original läuft heute allein 10-mal im Fernsehen.

Als kleine Abwechslung gibt es ja mittlerweile auch viele Variationen des Stoffes. Unsere Empfehlung: die "Bernd, das Brot"-Version zum 40. Jahrestag des Sketches (2003). Hier tritt Briegel, der Busch als Miss Sophie auf, und Bernd, das Brot spielt den Butler. Das Ganze können Sie auf Youtube angucken: 

 

Aber „Dinner for One“ dauert ja nur 18 Minuten und kann ja nicht der einzige Streifen an einem Filmabend bleiben. Deshalb können Sie gleich den nächsten Klassiker einplanen:

2. Die Bowle, die eigentlich ein Punsch ist

In „Die Feuerzangenbowle“ (1944) mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle erzählt eine Runde älterer Herren Geschichten aus ihrer Schulzeit. Dazu gereicht wird Feuerzangenbowle, DAS traditionelle Silvestergetränk (dabei ist die Feuerzangenbowle per Definition gar keine Bowle, sondern ein Punsch). Der Film jedenfalls ist vielleicht ein bisschen altmodisch, aber wirklich witzig. Das Leipziger Passagekino zeigt „Die Feuerzangenbowle“ sogar heute Nachmittag, um 15 und 17:30 Uhr.

3. Party mit einer Diva

Das Filmdrama „Boulevard der Dämmerung“ (1950) von Billy Wilder zeigt bitterböse den Alltag in der Traumfabrik Hollywood. Die Hauptfigur ist Norma Desmond, gespielt von Stummfilm-Legende Gloria Swanson. Eine ebensolche Stummfilm-Diva ist auch Norma Desmond. Allerdings ist sie in die Jahre gekommen, unbeliebt geworden und hat allerlei Allüren. Sie lebt in der Vergangenheit und bildet sich ein, die Welt würde immer noch auf neue Filme von ihr warten. Am Jahresende organisiert sie eine pompöse Silvesterfeier - nur für sich und ihren Gast, einen mittellosen Journalisten. Der Arme wird noch dazu von ihr erpresst. 

 

4. Bewährte Romanze

Bis sich "Harry und Sally" (1989) endlich kriegen, ist es ganz schön kompliziert. Am berühmtesten bei dem Film ist die Szene, in der die bezaubernde Meg Ryan in einem Diner einen Orgasmus vortäuscht. Und die Schlüsselszene am Ende spielt auf einer, tada, Silvesterparty! 

 

5. Auf Manolos durch New York

Legendär: der erste „Sex and the City“-Film (2008). Hier entscheidet sich Protagonistin Carrie Bradshaw, Silvester zu ignorieren und geht früh ins Bett. Dann ruft aber ihre Freundin Miranda an, weil die einsam und traurig zu Hause hockt. Carrie schmeißt kurzerhand ihren Pelz über und stakst in High-Heels von Manhattan zu ihrer Freundin nach Brooklyn. Pünktlich um Mitternacht ist sie da und die Beiden feiern zusammen. Herzerwärmend! 

 

6. Chaos im Hotel

Wer nicht so auf Kitsch steht, dem sei „Four Rooms“ (1995) ans Herz gelegt, ein Film vom Regisseur von „Pulp Fiction“. Der Untertitel verrät, dass es auch hier um den Jahreswechsel geht: „Silvester in fremden Betten“. Je vier Regisseure steuern eine Episode bei, mit dabei Robert Rodriguez und Quentin Tarantino. Alle vier Geschichten spielen in den Zimmern eines Hotels. Ein gestresster Page verbindet die Episoden. Madonna spielt in „Four Rooms“ übrigens eine Nebenrolle, für die sie eine ihrer fünf Goldenen Himbeere bekommen hat. 

 

7. Im Zweifel Helge Schneider

Wenn Ihnen "Four Rooms" noch nicht abgedreht genug ist, dann habe wir einen allerletzten Tipp für Sie: die Satire „Mein Führer – die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler“ von Dani Levy (2007). Helge Schneider spielt Adolf Hitler, der an der Neujahrsansprache für das Jahr 1945 verzweifelt. Der jüdische Schauspieler Grünbaum soll ihn deshalb coachen. Dieser wird famos gespielt von Ulrich Mühe – "Mein Führer" war sein letzter Spielfilm. Mühe ist 2007 an Krebs gestorben.

 
 

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Christine Reißing
31.12.2015 - 12:04
  Kultur