Völkermordsresolution

Bundestag erkennt Genozid in Armenien an

Gestern fiel im Bundestag die Entscheidung, die Massaker an den Armeniern während des Ersten Weltkriegs durch die Osmanen als Völkermord einzustufen. Sowohl bei der Abstimmung als auch aus türkischen Kreisen regt sich Widerstand.
Hashtag #Anerkennungjetzt zur Völkermordsresolution

Bis zu 1,5 Millionen Menschen seien durch die Türken in den Jahren 1915 bis 1916 ums Leben gekommen. Brutale Morde, Deportierungen und Todesmärsche sind für das armenische Volk bis heute ungeklärt, da sich die Türkei nie zu ihrer Schuld bekannte. Die deutsche Regierung setzte nun ein Zeichen, indem sie die geschichtlichen Vorkommnisse als Genozid einstufte. Mit nur einer Gegenstimme und einer Enthaltung wurde die Entscheidung getroffen.  

Internationale Reaktionen 

Sowohl in Deutschland als auch in der Türkei gab es negative Reaktionen. Türkischstämmige Abgeordnete des deutschen Bundestages erhielten teilweise Morddrohungen, sollten sie für die Anerkennung des Völkermordes stimmen. Die Türkei verurteilte Deutschland scharf und teilte mit, dass es Konsequenzen geben würde. 

Armenien sagt Danke

Die Armenier selbst drückten ihre Zufriedenheit über das Ergebnis aus. So wurden nach der Debatte im Bundestag Schilder mit der Aufschrift „#Anerkennungjetzt sagt Danke“ hochgehalten. Die Initiative „Anerkennung jetzt“ kämpft seit 2013, um die offizielle Einordnung der Massenmorde an Armeniern und anderen Volksgruppen in der internationalen Debatte.  

Mephisto 97.6-Redakteurin Sophie Schröder im Gespräch mit Moderatorin Carina Fron zur Entscheidung des Bundestages:

Mephisto 97.6-Redakteurin Sophie Schröder zur Entscheidung des Bundestages
 
 
 

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Tabea Brandt
03.06.2016 - 12:06

Mehr Informationen zur Bewegung "Anerkennung jetzt" unter: 

www.anerkennung-jetzt.de