Frisch Gepresst: Nas

Black King

Hip-Hop-Legende Nas ist zurück. Sein neues Album „King's Disease“ überzeugt mit 13 Tracks rund um die Black Community und ist vor allem von den „Black Lives Matter“-Protesten der letzten Monate inspiriert.
Frisch Gepresst, Nas
Frisch Gepresst: Nas

Hip-Hop-Legende Nas ist zurück. Sein neues Album „King's Disease“ überzeugt mit 13 Tracks rund um die Black Community und ist vor allem von den „Black Lives Matter“-Protesten der letzten Monate inspiriert.

Ein moderner Poet

Schon in den frühen 90'ern begann Nas seine Karriere als Rapper und moderner Poet. 1994 veröffentlichte der damals 21-jährige sein erstes Album „Illmatic“. Bereits bei dieser Platte wurde großer Wert auf aussagekräftige und anspruchsvolle Lyrics gelegt. Auch das neue Album „King's Disease“ steht in dieser Tradition. Die Texte sind kunstvolle Wortgebilde, die die Dinge teils direkt auf den Punkt bringen und dann wieder großen Interpretationsspielraum lassen. Es geht um Black Power und Black Pride: Themen, zu denen Nas einen persönlichen Bezug hat.

Multiple colors, we come in all shades, mocha black

Accept where I'm at and not fight me on it (Uh)

Emotional stares like I might be wanted (Yeah)

Pitch black like the night, I'm ultra black

Nas im Song Ultra Black

Blowing kush clouds and we all for the smoke (Smoke)

Black card, black Rolls, more black CEOs

Nas im Song 27 Summers

Viele Texte bleiben jedoch weniger explizit. Das ist auch gut so, denn das Lyrische in den Texten in Kombination mit der oft gewählten Ich-Perspektive geben „King's Disease“ einen sehr persönlichen Anstrich. Themen wie gescheiterte Liebe (Full Circle) oder Toxische Beziehungen (Replace Me) bestärken diesen Eindruck.

It's up to me and you, Goldie, through introspection

You ain't Goldie, you Nas, and my heart ain't cold as it was

And I go through multiple love triangles over and over enough

Nas im Song Full Circle

Alte Schule

Musikalisch wartet „King's Disease“ mit klassichen Old-School Hip Hop-Beats auf, die immer mal wieder mit funkigen Extras, seien es staccato-artige Hi-Hats und Auto-Tune wie im Song „Replace Me“ oder klangvolle Klavierakkorde (All Bad), aufgepimpt werden. In jedem Song spielt der Beat jedoch eine untergeordnete Rolle. Die Musik ist dezent, eingängig und fungiert vor allem als Untermalung für Nas' Stimme und die kraftvollen Texte.

Legendary Legends

Produziert wurde „King's Disease“ von Top-Producer Hit-Boy, der auch schon mit anderen Größen wie Beyoncé, Jay-Z oder Travis Scott zusammengearbeitet hat. Unterstützung gab es außerdem von anderen bekannten Stimmen der schwarzen, männlichen Musikgeschichte. Neben dem legendären New Yorker Mixtape-DJ Brucie B wirkten unter anderem Anderson.Paak, A$AP Ferg, Big Sean und Charlie Wilson an dem Album mit. „King's Disease“ lässt sich so auch als Tribute-Album an eine geschichtsreiche, schwarze Hip-Hop-Bewegung verstehen. Nur die weibliche, schwarze Hip-Hop Szene hat hier offensichtlich keinen Platz gefunden. Woran das liegt, kann man nur vermuten. An der fehlenden Auswahl an weiblichen Rap-Größen kann es jedenfalls nicht gelegen haben. Nichtsdestotrotz ist „King's Disease“ ein Album, das absolut hörenswert ist: also Lautstärke aufdrehen und loslegen.

 

 

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Hannan El Mikdam-Lasslop
25.08.2020 - 12:45
  Kultur

Nas: King's Disease

Tracklist:

1. King’s Disease
2. Blue Benz
3. Car #85” feat. Charlie Wilson
4. Ultra Black feat. Hit-Boy
5. 27 Summers
6. Replace Me feat. Don Toliver & Big Sean
7. Til The War Is Won feat. Lil Durk
8. All Bad feat. Anderson .Paak
9. The Definition feat. Brucie B.
10. Full Circle feat. The Firm (AZ, Foxy Brown, Cormega)
11. 10 Points
12. The Cure
13. Spicy feat. Fivio Foreign & ASAP Ferg

Erscheinungsdatum: 21.08.2020
Mass Appeal