Nachbericht The Lumineers

Berlin illuminiert

Am 15.11.16, fast auf den Tag genau vor drei Jahren, spielten „The Lumineers“ ihre letzte Show in Berlin. Eine ganze Welttournee später und mit einem neuen Album im Gepäck war es gestern Abend wieder soweit: The Lumineers euphorisieren Berlin.
The Lumineers
The Lumineers

III

Am 01.11.19 startete die Welttournee von The Lumineers ihrem dritten Album „III“ in Lissabon. Bis in den kommenden Juli hinein wird die Band aus Denver, Colorado in Europa und Nordamerika unterwegs sein. In Deutschland spielen The Lumineers nur in vier wohlselektierten Orten: Hamburg, München, Berlin und Köln. 2016 war die Band mit ihrem zweiten Album Cleopatra fast zwei Jahre lang durchgängig in der Welt auf Tour. Mit Platin und 111 Wochen Chartplatzierung in den USA auch kein Wunder. Waren doch viele Titel wie „Ophelia“, „Angela“ und „Sleep on the Floor“ wahre Folk - Rockballaden. Das neue Album, das am 13.09.19 erstveröffentlicht wurde, steht in den USA seither auf Platz 2 der Charts. 

Bevor das Spektakel begann durften sich die Besucher*innen aber noch auf eine Vorband freuen, die sonst auch ohne Probleme ähnlich große Hallen (2250 Besucher) füllt: Die Mighty Oaks. Das Berliner Trio kam auf eine Spielzeit von ungefähr 45 Minuten und spielten kompakt ihre bekanntesten Songs wie „Just one Day“, „Brother“ und „Back to You“. Insgesamt war in den Reihen aber noch sehr viel Platz und es entstand das Gefühl das die Besucher*innen eher mit dem nächste Bier, Smalltalk oder dem Gang zum stillen Örtchen beschäftigt waren, als mit der Vorband. Schade, aber das ist ja nicht selten das Schicksal von Vorbands. 

Mighty Oaks
 

Der große Andrang begann, als The Lumineers ihren Auftritt starteten. Nach einer 30-minütigen Umbauphase wurden sie fulminant zu „Gimme Shelter“ von The Rolling Stones eingeleitet und positionierten sich zusammengesetzt aus Frontmann Wesley Schultz (Gesang, Gitarre), Jeremia Fraites (Schlagzeug), Lauren Jacobson (Geige, Klavier, Gesang), Stellt Ulvang (Klavier, Gitarre, Schlagzeug, Gesang) und Byron Isaacs (Gitarre, Schlagzeug, Gesang) auf der Bühne.

Das Publikum war erfreulicherweise von der Altersstruktur sehr divers zusammengestellt: Die anfängliche Erwartung nur junge Menschen an diesem Donnerstagabend zu sehen, wurde schnell relativiert. Menschen aller altersgruppen waren dabei, sogar der meiner Oma. Das zeigt auch, was für einen Namen sich The Lumineers über die letzten sieben Jahre gemacht haben. 2012 kam nämlich ihr erstes Album „The Lumineers“ heraus, mit ihrem wohl bisher berühmtesten Lied „Ho Hey“. 

The Lumineers
 

Foto: Laura Jung 

Live:

Den Einstieg fand die Band mit ihrem Song „Sleep on the Floor“ und arbeitete sich im Verlauf des Konzerts kunterbunt durch ihre drei Alben hindurch. Auf Balladen wie Ophelia folgten Songs mit Aufbruchcharakter wie „Gloria“ oder „Ho Hey“ und Lieder mit melancholischem Tiefgang wie Donna. Das Publikum war hellauf begeistert, nicht nur weil Sänger Wesley Schultz durch die Menge turnte, sondern auch, weil beispielsweise die Mighty Oaks mit auf die Bühne kamen und die beiden Bands zusammen einen Song gesungen haben. Die Sicht auf die Bühne war dabei nicht immer frei. Der Zeitgeist hat es nämlich mittlerweile so an sich, dass durchgängig Foto- und Videoaufnahmen getätigt wurden. Das veranlasste Schultz auch dazu zu erwähnen, dass man ein Konzert ja auch mal ohne Aufnahmen genießen könnte. Insgesamt hat sich der Frontsänger auch für Mitgefühl und Rücksichtnahme für Drogenabhängige und vernachlässigte Mitglieder in unserer Gesellschaft ausgesprochen. Spürbar war, was für eine große Freude der Band ihre Musik macht. Nicht nur ein musikalisches, sondern auch ein politisches Signal also.

Insgesamt brillierten The Lumineers mit zwanzig Songs und einer guten Laune, die ich selten auf der Bühne erlebt habe. Über anderthalb Stunden wechselten sich die Emotionen in viele verschiedene Richtungen ab, was auf die gute Auswahl an Songs zurückgeht. Für jeden der The Lumineers noch nicht erlebt hat, eine unbedingte Empfehlung!

Was bleibt:

An machen Abenden freut man sich über ein Erlebnis, dass einem noch lange positiv in Erinnerung bleiben wird. Der 14.11.19 war durch The Lumineers solch ein Abend.  

The Lumineers
 
 

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Bobo Mertens
15.11.2019 - 15:50
  Kultur

Setlist Berlin "III" 14.11.19

1. Sleep on the Floor

2. Life in the City

3.Submarines

4. Dead Sea

5. Leader of the Landslide

6. Flowers in Your Hair

7. Ho Hey

8. Cleopatra

9. Gun Song

10. My Cell

11. Slow It Down

12. It Wasn't Easy to Be Happy for You

13. Ophelia Gloria

14. Jimmy Sparks

15. Big Parade

16. This Must Be The Place (Talking Heads cover) (with Mighty Oaks)

Encore:

17. Donna

18. Angela

19. Salt and the Sea

20. Stubborn Love

Live:

19.11.19

KÖLN PAALADIUM : 20:00 Uhr