Deluxe im Interview

Bereit, die Welt zu erobern

Anfang des Jahres haben wir sie entdeckt und nun endlich getroffen. Die französische Gruppe Deluxe ist einer der heißesten Exporte und überzeugt sowohl auf Platte wie auch auf der Bühne. Grund genug, die Band endlich vorzustellen.
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Deluxe im Interview im Pressebereich des Dour Festivals

Der Schnurrbart ist ihr Markenzeichen. Doch die Geschichte von Deluxe startet, als die Mitglieder wahrscheinlich noch keinen hatten: in der Schule. Die drei Freunde Kaya, Pietre und Kilo sind zu Beginn ein Trio: Bass, Schlagzeug und Gitarre. Ein wenig später lernen sie Pépé und Soubri am Saxofon und der Percussion kennen. Damit ist der Sound gefunden und die Band Deluxe gegründet. Die fünf Jungs wollen ein Album mit Features machen und treffen dadurch die Sängerin Lilliboy. Die Harmonie stimmt – und sie steigt als Mitglied ein. Zunächst machen Deluxe vor allem Musik auf der Straße. Erfahrungen, die ihnen auch heute noch etwas bringen.

Das hat uns dabei geholfen, das Publikum zu bekommen. Und vor allem es zu behalten und ihnen zu sagen: "bleibt hier!" Wir wissen, wie man ein Publikum hypnotisiert.

Deluxe

Fünf Jahre später veröffentlichen Deluxe bereits ihr zweites Album. „Stachelight“ besteht aus viel Guter-Laune-Musik und mischt verschiedene Musikstile. Ein bisschen Reggae hier, ein bisschen Funk da. Hip-Hop und Rock dürfen auch nicht fehlten – und dazu immer eine gewisse Ladung Pop. Das Rezept funktioniert. So sehr, dass sie mit bekannten Musikern wie Nneka oder dem französischen Superstar -M- zusammenarbeiten. Der Gitarrist spendet dem Song „Baby That’s You“ seine Stimme. Deluxe sind selber große Fans von -M- und den Anderen, und können es immer noch nicht glauben, dass die Features zustande gekommen sind.

Wir hatten das Glück die Acts auf Festivals kennenzulernen. Dann haben wir ein bisschen gequatscht, hier und da ein Support-Act und wir hatten eine E-Mail Adresse. Dann haben wir denen ein paar Songs geschickt, ohne wirklich daran zu glauben. Die haben alle sofort geantwortet und fanden es richtig cool und dann waren wir im Studio. Wahnsinn, aber so ist es.

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Deluxe klingen auf „Stachelight“ wie eine Band, die tut was sie will. Das hat eine einfache Ursache: das Sextett hat vor dem Album ein eigenes Label gegründet und die Platte damit selbstproduziert. Die Franzosen beschreiben das als „logische Fortsetzung des Traums“. Andere Bands möchten sie erstmal nicht produzieren. Dafür bietet ihnen das eigene Label Freiheiten, die sie sonst nicht hätten. Den Song „Oh Oh“ packen sie doppelt aufs Album. Einmal in einer Akustikversion, die die musikalische Qualität der Band aufzeigt. Der Grund wieso diese auf dem Album landet ist dabei eher eine Schnapsidee.

Das war sehr lustig. Wir waren im Studio und hatten noch einen Nachmittag. Ein Studio ist ja sehr teuer und wir haben uns gefragt „was machen wir jetzt noch?“. Dann kam die Idee den Song akustisch zu spielen und wir haben den dann komplett live mit Gitarre und Gesang aufgenommen.

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Deluxe bringen die Jupiler Dance Hall zum Ausflippen

Auf der Bühne ändern Deluxe fast komplett ihr Gesicht. Ist die Musik auf Platte doch eher entspannt und groovy, feiert das Sextett live eine große Party. Songs werden verrockt, Saxofon-Soli hinzugefügt. Außerdem erweitern Deluxe ihr Soundrepertoire und spielen einige Passagen deutlich elektronischer. Die Franzosen bieten eine Show, die alles abverlangt. Trotzdem gelingt es Deluxe, sich immer wieder zu motivieren.

Es ist wirklich das Publikum. Je mehr es uns gibt, desto mehr haben wir Lust ihm zu geben. Es ist wie eine Droge. Es ist wie als wären wir wiederaufladbare Batterien – und das Aufladegerät ist das Publikum.

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Applaus von den Bandkollegen für diese kitschige Metapher. Derzeit spielen Deluxe mehrere Konzerte die Woche, vor allem in Frankreich. Noch ist der Rest der Welt zu erorbern. An Charme, guter Musik und Eigenständigkeit mangelt es Deluxe dafür auf jeden Fall nicht.

Hier gibt es das komplette Interview im französischen Originalton:

Interview mit der Band Deluxe - von Till Bärwaldt
Deluxe erzählen im Interview über ihre Anfänge, das neue Album "Moustache" und ihren Plänen für die Zukunft

 

 

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