Integration in den Arbeitsmarkt

Befürchtete Verdrängung bleibt aus

Nach Angaben der sächsischen Agentur für Arbeit, beeinflussen die hohen Geflüchtetenzahlen den hiesigen Arbeitsmarkt nicht negativ. Oftmals werden mitgebrachte Abschlüsse erst nach Fortbildungen in Deutschland anerkannt.
Laut Zahlen der sächsischen Arbeitsagentur, sind Geflüchtete keine Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt.
Dem Fachkräftemangel will die Agentur für Arbeit auch durch die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt entgegenwirken

Die Zahl der Geflüchteten im vergangenen Jahr war vielerorts höher als erwartet. Trotzdem verzeichnet die Agentur für Arbeit nach aktuellen Zahlen keinen Ansturm auf freie Arbeitsplätze: Die Mehrheit der Neuankömmlinge habe keine abgeschlossene Ausbildung nach unserem Verständnis, so Klaus Schubert, Leiter der sächsischen Arbeitsagentur.

Fremdenfeinde und "Asylkritiker" sorgen sich entweder um die eigene Identität und Kultur oder um die zuwandernde Konkurrenz am Arbeitsmarkt - die geschürte Angst vor dem sozialen Abstieg lässt sich nutzen. mephisto 97.6-Redakteur Maximilian Enderling zu Meldungen der sächsischen Arbeitsagentur, die derlei Befürchtungen zerstreuen: 

Maximilian Enderling zur Integration in den Arbeitsmarkt.
 

Unter den Asylbewerbern sind 8 Prozent Akademiker, 12 Prozent haben eine hier anerkannte Berufsausbildung. Die übrigen bringen allerdings auch ohne offiziellen Abschluss oft jahrelange Berufserfahrung und Kompetenz mit. Trotzdem erweist es sich zum Teil als schwierig, sie direkt zu integrieren. So entsteht automatisch eine Regulierung des Eintritts in den deutschen Arbeitsmarkt.

Es bleibt unwahrscheinlich, dass künftige Entwicklungen doch noch zu einer Benachteiligung deutscher Arbeitssuchender führen könnten. Allein in Sachsen erwartet die Agentur für Arbeit dieses Jahr 18.000 neue Stellen. Es werden weiter händeringend Fachkräfte gesucht, mit 30.000 freien Arbeitsplätzen wird dort ein neuer Höchststand erreicht. Außerdem gehen im Zuge des demografischen Wandels zunehmend mehr Leute in Ruhestand, als neue Arbeitskräfte nachrücken. Dementsprechend wird die arbeitsfähige Bevölkerung im Freistaat in den nächsten 10 Jahren nach Schätzungen der Arbeitsagentur um 400.000 Berufstätige abnehmen.

Großer Andrang bei Sprachkursen 

Am relevantesten für die Integration ist auch bei der Jobsuche logischerweise die Kenntnis der deutschen Sprache. Bei den Ende 2015 von der Agentur für Arbeit angebotenen Sprachkursen wurden rund 11.500 Anmeldungen verzeichnet, größtenteils Syrer, Iraker und Iraner. Erwartet waren ursprünglich nur 4.000. Außerdem haben im vergangenen Jahr 900 Asylbewerber in Sachsen in der Vorrangprüfung ihre Arbeitserlaubnis erhalten. Bei dem Verfahren handelt es sich um die Feststellung, ob ein deutscher Staats- oder EU-Bürger für die ausgeschriebene Stelle besser geeignet wäre. Damit haben 2015 zwei Drittel der Prüflinge bestanden, deutlich mehr als 2014 überhaupt geprüft worden sind. Besonders wichtig wird es angesichts der Flüchtlingssituation, die vorhandenen Fähigkeiten zu evaluieren, berichtet Pressesprecher Ronny Schleicher vom Jobcenter Leipzig: 

Ronny Schleicher, Sprecher der sächsischen Arbeitsagentur.

Wie bei deutschen Arbeitssuchenden wird demnach individuell nach Know-How und Talent vermittelt. Lediglich das Nachholen eines deutschen Schulabschlusses wird in einigen Fällen notwendig.

 

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