Renovierung im Gewandhaus

Baulärm statt Beethoven

Sommer, Sonne, Spielpause. Im Leipziger Gewandhaus kann man momentan nicht den Klängen des Orchesters lauschen. Die Musiker haben Ferien. Gearbeitet wird jedoch trotzdem. Das Gewandhaus wird renoviert und auf den neusten Stand der Technik gebracht.
Bernd Schöneich über dem großen Saal
Bernd Schöneich, technischer Leiter des Gewandhauses

Schon seit fünf Jahren verbessert das Gewandhaus in der Sommerpause seine Sicherheitsstandards. Gerade geht die Modernisierung des Brandschutzes in eine heiße Phase: Über dem großen Saal des Gewandhauses werden die Rauchhauben-Antriebe ausgewechselt. Diese haben schon seit längerem nicht richtig geschlossen. Nun sei es endgültig an der Zeit gewesen, sich um dieses Problem zu kümmern. Doch das ist nicht das einzige, was sich an dem größten und wohl wichtigsten Saal des Gewandhauses ändert.

Lautsprecheranlagen - eine technische Innovation

Schon seit jeher ist das Leipziger Gewandhaus für seine einzigartige Akustik bekannt. Hierbei handelt es sich aber nicht um elektronisch verstärkte Akustik. Einzig allein der Klang der Geigen, Bläser und anderen Instrumenten verhalf dem Gewandhaus zu diesem Ruf. Aber nicht nur das Gewandhausorchester spielt in dem großen Saal. Der Konzertsaal wird auch für Gastspiele, Reden und Kongresse genutzt. Für die alte Lautsrecheranlage gab es in den letzten Jahren oftmals Kritik. Eine technische Innovation war für das Gewandhaus daher unumgänglich. Das erkennt auch Bernd Schöneich:

Unsere alte Anlage die war von 1990 und klang so ein bisschen besser als auf’m Hauptbahnhof und deswegen war das auch Zeit.

Bernd Schöneich, technische Leiter des Gewandhauses

 

Theresa Haßmann berichtet über die Renovierung des Gewandhauses: 

Ein Beitrag von Redakteurin Theresa Haßmann
 

 

Erweiterung und Renovierung der Solisten-Garderoben

Doch mit den Renovierungsarbeiten im großen Saal ist noch lange nicht Schluss. Bisher gab es im Gewandhaus nur zwei Solisten-Garderoben. Das war viel zu wenig. Die Zahl der Garderoben wird nun verdoppelt. Die Solisten-Garderoben werden von den Musikern auch als Proberäume genutzt und sind daher sehr wichtig. Böden, Decken und Fenster werden saniert. Dabei liegt der Fokus auf den Fenstern. Diese sind dreifach verglast und bieten daher nicht nur Schall- sondern auch Wärmeschutz für die neuen Räume.

Und wie geht es weiter?

Auch wenn es so aussieht, als könnte dieses Jahr der Großteil der Renovierungsarbeiten geschafft werden, geht es nächstes Jahr zur selben Zeit fröhlich weiter. Dann liegt der Fokus aber nicht mehr auf der Modernisierung des Brandschutzes, sondern auf der Instandsetzung des Zuschauerbereiches.

 

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