Behindertengerechtigkeit

Barrierefreie Haltestellen bis 2020?

Öffentliche Verkehrsmittel in Leipzig sind zum Großteil nicht barrierefrei zugänglich. Bis 2022 soll sich dies jedoch geändert haben. Doch bei aktuellem Bautempo wird das Versprechen wohl erst in 20 Jahren erfüllt sein – das gibt Anlass zur Kritik.
DIe Bus- und Straßenbahnhaltestellen sollen in Leipzig allesamt barrierefrei werden.

2022. Das Jahr, in dem nach Veranlassung der Europäischen Union in Leipzig die Zahlen der barrierefreie Zugang zu Haltestellen von Bus und Straßenbahn garantiert werden soll. Laut Schätzungen ist dies mit dem bisherigen Tempo jedoch erst in 20 Jahren der Fall. Günter Jähnig, Geschäftsführer des Behindertenverbands Leipzig, findet das nicht nachvollziehbar.

Betroffene, Forderungen und Fortschritte

Natürlich seien die finanziellen Mittel auch wieder ein Problem beim Ausbau der Haltestellen in Leipzig, doch Behinderte seien wie jeder andere täglich auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Jähnig betont, dass die Betroffenheit im Fokus stehe. Man solle sich in die Perspektive der Behinderten reinversetzten, schließlich würden alle mal diese Erfahrungen machen müssen – spätestens im Alter.

Jähnig möchte die "Schlupflöcher", die immer wieder Einzelfestlegungen und Ausnahmetatbestände der Haltestellen festlegen und somit den Ausbau verschieben und verzögern, nicht mehr akzeptieren. Er fordert weiterhin:

"Es muss überall, wo neu gebaut wird, wo neue Einrichtungen, neue Stätten entstehen, von vornherein die Problematik von Barrierefreiheit aus Sicht von allen Behinderungsarten berücksichtigt werden."

Aktuell ist aber immerhin schon 1/3 der Haltestellen barrierefrei (um-)gebaut wurden. Seit Anfang der Woche werden in Grünau zwei neue Haltestellen in Angriff genommen und bis Mitte September sollen auch die Haltestellen am Ratzelbogen ausgebaut werden.

 

Nicole Siemoneit über barrierefreie Haltestellen in Leipzig
Nicole Siemoneit über barrierefreie Haltestellen in Leipzig

 

 

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