Kinder und Jugend

Aus vier mach eins

Der Jugendhilfeausschuss der Stadt Leipzig hat beschlossen, Ende Juni diesen Jahres vier Jugendberatungsstellen zu schließen und stattdessen eine zentrale Stelle zu eröffnen. Sind das effektive Sparmaßnahmen?
Neue Münze, eine der Beratungsstellen, die geschlossen wird.

Eine Achterbahn der Gefühle durchleben derzeit die Jugendhilfeträger in Leipzig. Nachdem sowohl die Etatkürzung als auch die Schließung von Jugendtreffs abgewendet werden konnte, gibt es nun die nächste Hiobsbotschaft: Der Jugendhilfeausschuss der Stadt hat die Schließung der vier Jugendberatungsstellen und einer Erziehungs- und Familienberatungsstelle beschlossen. Letztere bekommt schon Ende Februar keine Fördermittel mehr.

Für die dezentralen Beratungsstellen wurden nur bis Jahresmitte Fördersummen festgelegt. Danach soll es eine zentrale Stelle in den Axispassagen in Möckern geben, direkt neben dem Jobcenter. Prinzipiell ist die Zusammenarbeit mit dem Jobcenter eine gute Idee, so Oliver Reiner, Koordinator der Arbeitsgemeinschaft der freien Träger der Jugendhilfe. Doch durch die unmittelbare Nähe könnte die unabhängige Arbeit der freien Träger nicht mehr wahrgenommen werden und würde viele Jugendliche, die Probleme mit dem Jobcenter haben, abschrecken.

Außerdem würde laut Reiner eine Anlaufstelle nicht ausreichen. Es gäbe jetzt schon lange Wartelisten. Ein weiteres Problem ist die Kurzfristigkeit. Noch gab es weder einen Beschluss noch eine Ausschreibung für die neue Beratungsstelle. In fünf Monaten wäre der Aufbau einer neuen Einrichtung nicht umsetzbar, meint Oliver Reiner.

Die Mitarbeiter der Jugendberatungsstellen unterstützen Jugendliche, die juristische, berufliche oder finanzielle Probleme haben. Sie geben Tipps und helfen den jungen Erwachsenen, zeigen ihnen, wie das Leben funktioniert und wie sie schwierige Situationen meistern.

mephisto 97.6-Redakteurin Kristin Kielon im Gespräch mit Moderator Andreas Hönig über die Zusammenlegung der vier Jugendberatungsstellen zu einer zentralen Stelle.

 

 

Tobias Geng vom Leipziger Jugendamt nimmt im Interview mit Rebecca Nordin Mencke Stellung zu der geplanten Umstrukturierung der Jugendberatungsstellen
 

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Peggy Strauchmann
05.02.2014 - 07:26