Konzertbericht

Aus Tradition Securities beschäftigen!

Im Rahmen ihrer "Tour Of The Year" bereicherten die Jungs der australischen Metalcore-Band Parkway Drive das Haus Auensee um eine weitere glanzvolle Show. Ihre erste Tour des Jahres mit einem neuen Album gleich oben drauf.
Parkway Drive
Parkway Drive im Konfettiregen

Erwartungen

Hübsche Sunnyboys, die mich anschreien und ich ihnen deswegen aber überhaupt nicht böse bin.
Joa. Das klingt doch sympathisch.
Das Konzert von Parkway Drive im Leipziger Haus Auensee sollte mein drittes Mal mit den Australiern sein. Juni 2013, Dezember 2014 und nun Januar 2016. Letztes Jahr im September veröffentlichten die Jungs ein neues, kräftiges Album names „IRE“, das in Deutschland sogar auf Platz 8 der Albumcharts landete. – Dieser böse, satanische Metalcore…..jaja.
Durch die guten Rezensionen zu „IRE“ sind auch die Erwartungen sehr hoch gesteckt. Ich kann mit gutem Gewissen das Konzert 2013 in Trier als das beste Konzert meines Lebens bezeichnen. Das Venue, das Publikum, die Band, die Atmosphäre…alles war einzigartig. Dicht hinterher folgt die 2-Stunden-Co-Headliner-oder-auch-das ungefähr-anstrengendste-Konzert-jemals-Show mit Heaven Shall Burn. Da diese beiden Events sehr in die Extreme gehen, sollen auch bitte alle guten Dinge drei sein. Es stand schon seit der Ankündigung der Tour fest, dass mit diesem Line-Up eine mindestens überdurchschnittlich gute Show ohne große Anstrengung selbstverständlich ist.
Was Parkway Drive demnach als einzigen Punkt noch vermasseln können?...
Dieses Jahr nicht nochmal eine Europa-Tour zu starten!

Erster Eindruck

Oh, oh. Ist das die richtige Straße?
Für mich war es der erste Besuch im Haus Auensee. Die etwas abgelegene Location steht tatsächlich neben dem Auensee, den ich mit ein bisschen Fantasie gerne in ein Meer verwandle, denn alle Jungs von Parkway Drive sind begeisterte Surfer. Somit ist schon das Venue „passend“ und man lässt sich gerne von der Security abtasten, da man keine negativen Gedanken zu verbergen hat.
Thy Art Is Murder eröffnen den Abend mit schönem australischen Deathcore. Der Sound ist gut und auch Ersatz-Vocalist Nick Arthur macht dem Ex-Sänger der Band keine Schande. Wie gewohnt lässt sich zu Deathcore nicht wirklich gut tanzen, aber die Breakdowns animieren doch stark zum Kopfnicken und Zujubeln.Von den Menschen in Limp Bizkit- oder Blink 182-Shirts kommen beeindruckte, aber doch grinsende Gesichter. Das Publikum ist gut drauf.
Als nächstes sind Architects dran. Britischer Metalcore. Eine Band, die ich mit ihrem aktuellen Album nun auch vier mal gesehen habe – und jedes Mal überzeugten sie. Sie sind sogar so gut, dass man sich etwas ärgert, schon zu viel Energie bei deren Set zu verbrauchen, ohne den Headliner zu sehen.
„Puh, dat war wat.“ Höre ich jemanden sagen, als die Saallichter wieder ein bisschen heller werden.

Show

Die nun schon mit ein paar Plastikbechern gefüllte Fläche vor der Bühne, die mir sowas sagt wie: „Ey Leute, trinkt noch was, bevor´s gleich los geht….ihr werdet es brauchen.“, verdichtet sich schnell wieder. So starre ich zusammen mit meiner Sprite auf den schon gespannten Vorhang mit der Aufschrift „IRE“ – in gefährlichem Rot. 
Sanft füllt sich die Halle mit dem ersten Gitarrenriff der neuen Platte. Sanft hebt sich beim Fall des Vorhangs jedes Paar Füße vom Boden. Sanft treffen sich verschiedenste Körperteile von unzähligen Menschen. Sanft – steigt das Stimmungsniveau.
HEFTIG muss das Publikum nach dem 2. Song atmen, denn zwischen dem Opener „Destroyer“  und „Dying To Believe“ wird den Fans keine Pause gegönnt. Nach dem folgenden „Carrion“ spürt man die Arme schon langsam, da es wirklich voll ist und jeder die gleiche entfachte Lust auf Parkway Drive hat. Die Setlist wird immer verrückter, als sie darauf mit „Karma“ kontern. Es endet mit der Zugabe aus dem mächtigen „Crushed“ und dem stimmungsvollen „Home Is For The Heartless“. Ein Kracher nach dem Anderen und auch Lieder, die sie nicht so regelmäßig spielen, werden mit schrägen Schreien herzlichst begrüßt. Der Mix mit dem neuen Album funktioniert auch. Es gibt einige Mitmach-Passagen für das Publikum und hallende Breakdowns bringen die Menge zusätzlich in Aufruhr.  Das einzig Negative ist die fehlende Luft zum Halten der langen Töne. Wenn dann aber die Lyrics lauten: „One Life, one shot, give it all you got!“…..dann gibt man eben alles und es bleibt nur die Erinnerung: Es war mir dann egal…ich hatte Bock drauf.

Was in Erinnerung bleibt

Definitiv die Hype-Playlist vor dem Parkway Set. The Final Countdown, Dont Stop Believin' und Bohemian Rapsody – ein ganz schöner und witziger Punkt.
Dann, dass die Kräfte den Abend lang an der Grenze gekratzt haben. Genug Mosh- und Circlepits gab es.
Von der vorderen Absperrung hatte man auch eine schöne Aussicht auf die Zuschauer bei Sprungpassagen. Bei ein paar Tausend Leuten sieht das ziemlich gut aus.
„Enjoy“ war das Lieblingswort des Sängers. Man hat das auf jeden Fall schon mal gehört, aber auf so einem Stimmungshoch staffelt das ja an, sich gehen zu lassen.
Der eine Minuspunkt ist dann doch da. Direkt nach Ende der Show gab es Probleme mit der Technik des Hauses, sodass eine Evakuierung stattfinden musste, die sehr ruhig verlief, da sowieso alle nach draußen wollten. Aber Ende Januar mit durchgeschwitztem Shirt, ohne Jacke oder Sonstigem, im Regen zu stehen, ist nicht das Schönste der Welt. Nach ungefähr 20 min ist die Garderobe endlich wieder frei.
Wenn es jedoch bei einem Kritikpunkt bleibt, der nicht einmal das eigentliche Konzert betrifft, dann will ich mich darüber gar nicht beschweren.
Was Parkway Drive demnach als einzigen Punkt hätte besser machen können?
Eine weitere Show im Regen spielen!!

 

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